Ikonische Baumgerippe in Deadvlei

Afrikas grosse WeiteSossusvlei, Etosha und Co.: Diese acht Hotspots sollten auf jede Namibia-Route

Namibia ist wildes Afrika mit deutschem Einfluss und für Naturliebhaber ein Sehnsuchtsziel. Es ist aber auch riesig. Daher die Frage, insbesondere beim ersten Besuch: Welche Highlights sollten auf keinen Fall fehlen?

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Natürlich bieten auch Länder wie Südafrika, Botswana, Tansania, Kenia und ihre Nachbarn erstklassige Wildlife-Erlebnisse – doch Namibia hebt sich dennoch deutlich ab. Auch in anderer Hinsicht überzeugt das Land im Nordwesten Südafrikas: Es hat den Naturschutz in seiner Verfassung verankert, gilt als politisch stabil, vergleichsweise sicher, erschwinglich, weitgehend malariafrei, touristisch gut erschlossen – und vor allem als atemberaubend schön.

Ausblick auf den Okawango

Hinzu kommen attraktive Unterkünfte in allen Preisklassen sowie die Tatsache, dass fast überall Englisch gesprochen wird – und mancherorts sogar ein wenig Deutsch, ein Erbe der kurzen, aber prägenden Kolonialzeit als Deutsch-Südwestafrika. Allerdings ist Namibia rund zwanzigmal so gross wie die Schweiz. Wer also nicht ununterbrochen im Auto sitzen möchte, sollte seine Reiseroute – ob selbst geplant oder von einem Veranstalter organisiert – sorgfältig zusammenstellen, insbesondere wenn möglichst viele Highlights eingeplant werden sollen. Für Namibia-Neulinge ist es oft gar nicht so einfach, die wirklich lohnenswerten Ziele zu erkennen. Hier hilft eine objektive, kompakte Orientierung. Voilà, unsere acht Top-Favoriten:

Kalahari südöstlich von Windhoek

Wüste, Savanne und endlose Horizonte: Kalahari

Wollte man Namibia einer Farbwelt zuordnen, wäre es wohl eine Mischung aus dunklem Gelb, warmem Orange und hellem Rot – durchzogen von gelegentlichem Grün. Diese Farbtöne prägen die Kalahari und damit weite Teile des (Süd-)Ostens des Landes. Die ebenso karge wie faszinierende Savannenlandschaft beginnt praktisch gleich hinter Windhoek, wo sich der einzige international bedeutende Flughafen befindet – und somit der Ausgangspunkt fast jeder Namibiareise.

Die Hauptstadt selbst, mit ihren rund 480.000 Einwohnern, gilt weniger als touristisches Highlight, sondern eher als Ziel für Fortgeschrittene oder Shoppingfans. Dafür beeindruckt die umliegende Buschlandschaft umso mehr – mal dichter, mal offener, doch stets voller Leben. In den zahlreichen, teils privaten Schutzgebieten begegnet man unzähligen Impalas, Oryx- und anderen Antilopenarten, Zebras, Giraffen sowie vielen weiteren Tieren.

Tipp: An manchen Orten lassen sich Tierbeobachtungen nicht nur vom erhöht gelegenen Lodgedeck oder im offenen Jeep geniessen, sondern auch zu Fuss – etwa beim zweitägigen Trans Kalahari Walk der «Kalahari Red Dunes Lodge».

Die Namib hat viele Gesichter

Namib

Richtung Westen wird es deutlich karger, gebirgiger, sandiger, kurz: wüstenhafter. Willkommen in der Namib! Allein die Grösse der ältesten Wüste der Welt fasziniert. Der bis an die Skelettküste reichende Namib-Naukluft-Park ist mit 50.000 Quadratkilometern gar der grösste Nationalpark Afrikas. Und alles andere als eintönig!

Mal überwiegt Fels, mal Schotter, mal Sand. Mal kreuzen Strausse die Strasse, mal die wilden Namibpferde, Nachkommen entlaufener Trakehner der deutschen Schutztruppe. Grosses Naturkino! In der Nachtvorstellung wartet dann ein galaktischer Sternenhimmel.

Eine solche Bewertung ist weder auf den Genuss von zu viel Amarula-Likör noch von zu viel namibischem Wein zurückzuführen, sondern wissenschaftlich belegt. Wegen seiner klaren Luft und der geringen Lichtverschmutzung gilt Namibia als führende Destination für professionelle wie freizeitmässige Sternengucker.

Tipp: In der «andbeyond Sossusvlei Desert Lodge» wird All-inclusive wörtlich genommen. Gästen steht neben einem Teleskop rund um gemütliche Open-Air-Sofas auch noch ein Profi-Astrologe für Fragen zur Verfügung.

Dünen abwärts ins Deadvlei

Ikonen der Namib: Dünen, Salzpfannen und Atlantikluft

Den unbestrittenen Höhepunkt der Namib bilden die Dünen von Sossusvlei – im wahrsten Sinne des Wortes. Bis zu 380 Meter ragen sie in die Höhe und gelten damit als die höchsten Dünen der Welt (auch wenn China diesen Rekord für sich beansprucht). Sie zu erklimmen ist bei glühender Hitze eine sportliche Herausforderung – deutlich anstrengender als ein Helikopterflug, wie ihn viele umliegende Lodges anbieten.

Doch die Aussicht vom Dünenkamm entschädigt für jede Mühe: Der Blick über das endlose Dünenmeer ist einfach atemberaubend. Wer den Aufstieg lieber auslässt, kann dennoch ein absolutes Highlight erleben: das Deadvlei. Diese surreale, fast ausserirdisch wirkende Landschaft besteht aus weisser Salzkruste, aus der abgestorbene, schwarze Baumstümpfe in den tiefblauen Himmel ragen – eingerahmt von rot leuchtendem Sand. Ein Anblick, der zu Recht als ikonisch gilt.

Die berühmte Pier von Swakopmund

Swakopmund

Nach all der Weite, Stille und Natur sehnt man sich mitunter nach etwas städtischem Leben. Diese Sehnsucht erfüllt Swakopmund – am Atlantik gelegen und dadurch spürbar kühler als das Inland. Mit rund 40.000 Einwohnern ist die Stadt zwar überschaubar, gilt jedoch als Aktivitäten-Hauptstadt Namibias und eignet sich als touristische Basis deutlich besser als Windhoek.

«Swakop», wie es kurz genannt wird, trägt noch heute sichtbar den Stempel der Kolonialzeit: Der Baustil und viele Hotelnamen – etwa Hansa oder Zum Kaiser – erinnern an eine deutsche Kleinstadt. Besucher können hier Ausritte und Quadfahrten in den Dünen unternehmen, Rundflüge oder Kajaktouren geniessen oder durch das von zahlreichen Souvenirläden geprägte Stadtzentrum bummeln.

Wer möchte, testet im «Brauhaus» oder in einem der «Biergärten», wie deutsche Küche in Afrika schmeckt. Schwarzwälder Kirschtorte unter Palmen – das ist schon eine charmant-skurrile Erfahrung.

Tipp: Von Swakopmund ist es nur ein kurzer Weg nach Walvis Bay, wo Zehntausende Robben leben. Zum maritimen Wildlife der Bucht zählen ausserdem Pelikane, Delfine – und, wie der Name verrät, auch Wale.

Der Fishriver Canyon vom Südrand aus

Schluchten, Geisterstädte und Wildnis pur

Die weltgrösste Schlucht? Klar, der Grand Canyon in den USA. Doch wie lautet die Nummer zwei? Da setzt es bei den meisten aus. Lösung: Es ist der Fish River Canyon in … genau: Namibia.

Auf einer Länge von 160 Kilometern und einer Breite von mehr als 20 Kilometern schneidet sich der Fluss in aufregenden Windungen rund 550 Meter in die eher flache Halbwüste ein. Stark. Es gibt nur einen Nachteil: Das geologische Naturwunder liegt weit im Süden des Landes.

Wer «nur» zwei Wochen Zeit hat, muss sich also gut überlegen, ob er entweder viele Kilometer abspult oder sich entscheidet: für den Süden oder den Norden, sprich Etosha und Co. (für den deutlich grüneren Caprivi-Streifen samt den Okawango- und Chobe-Flüssen ist ohnehin eine Extrawoche, besser noch: eine Extrareise empfehlenswert).

Gut zu wissen: Wanderungen im XXL-Canyon sind nur zwischen Mai und August sowie mit Anmeldung erlaubt, insbesondere dessen viertägige Durchquerung. Rund ums Jahr möglich ist hingegen ein Spaziergang im Wald der Köcherbäume bei Keetmanshoop, zwei Autostunden vom Canyon-Südrand entfernt. Nirgends finden sich auf engem Raum so viele, nämlich etwa 5000 der bizarren, teils jahrhundertealten Gewächse, die streng genommen Aloen sind.

Kolmanskop war einst die reichste Stadt der Welt

Kolmanskop

Im Südwesten Namibias liegt mit Lüderitz eine weitere Kleinstadt mit «deutschem Touch» am (kalten) Meer. Spannender als die kleine Felsenkirche und manch Kolonialvilla gestaltet sich jedoch das nahe Kolmanskop.

Während der Kolonialzeit galt die mitten in der Wüste gelegene Diamantenstadt als Synonym für Luxus und Dekadenz, heute begeistert die Ghost Town mit morbidem Charme. Über die Jahrzehnte hat der Sand jeden Quadratzentimeter in dem vor sieben Jahrzehnten verlassenen Ort besetzt und manche der erstaunlich gut erhaltenen Gebäude – darunter Villen, eine Bäckerei und das für 250 Patienten ausgelegte Krankenhaus (mit dem ersten Röntgengerät Afrikas) – bis zur Decke gefüllt.

Tipp: Bei einer Führung zwischen Kegelbahn und Eisfabrik erfährt man nicht nur, dass sämtliches Material einst aus Deutschland herbeigeschifft wurde, sondern dass Kolmanskop 1920 als Stadt mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt galt.

In Etosha leben tausende Elefanten

Safari, Felsenkunst und Hochlandblicke: Etosha

Der Nationalpark, halb so gross wie die Schweiz und erst im Oktober wegen grosser Brände in den Schlagzeilen gewesen, ist der mit Abstand wichtigste und bekannteste des Landes, er zählt gar zu den bedeutendsten Wildreservaten Afrikas.

Die verschiedenen Savannenlandschaften sowie die bizarr wirkende Salzpfanne im Zentrum bieten Wildnis wie im Bilderbuch – und so geballt wie nirgend sonst in Namibia. Neben Hyänen, Schakalen, Warzenschweinen, Pavianen, Gnus und mehr als 340 Vogelarten sorgen vor allem die Big Five für Furore.

In der Tat stehen die Chancen sehr gut, bei einer Pirschfahrt Nashörner, Elefanten, Wasserbüffel, Leoparden und/oder Löwen zu erspähen.

Gut zu wissen: Die meisten Unterkünfte innerhalb des Parks sind zwar ordentlich in die Jahre gekommen, bieten jedoch den Vorteil, dass Gäste hier auch nachts am Wasserloch garantiert viel zu sehen bekommen …

Game Drive rund um den Hohenstein

Erongogebirge und Twyfelfontein

Während das benachbarte Botswana in grossen Teilen brettflach daherkommt, geht es in Namibia meist rauf und runter. Im Erongogebirge zwischen Swakopmund und Etosha geht es vor allem rauf, auf über 2000 Meter. Der im Brandbergmassiv gelegene Königstein misst gar 2.573 Meter – Landesrekord.

Andere Erhebungen wie die Spitzkoppe sind zwar niedriger, aber markanter. Vom «Matterhorn Namibias» wird behauptet, es sei der meistfotografierte Berg des Landes. Als Fotomotive fungieren, wie auch am nahen Hohenstein, zudem jahrtausendealte Felsmalereien und -gravuren.

Afrikas grösste Ansammlung von Zeugnissen der Buschmannkultur findet sich jedoch zweifelsfrei in Twyfelfontein. Bei einer Wanderung durch die riesigen Gesteinsformationen zeigen einem Guides die Highlights der rund 2000 Abbildungen.

Robbenparadies in Walvis Bay

Gut zu wissen

Beste Reisezeit:

Namibia ist rund ums Jahr zu bereisen. Als Hauptsaison gilt der Süd-Winter (Mai bis September), dann sind die Temperaturen mit 25 bis 30 Grad nicht ganz so heiss (dafür kann es morgens und abends sehr frisch werden) und es ist sehr trocken. Der Vorteil des Südsommers und der in der Regel ab November/Dezember eintretenden Regenzeit: Es wird deutlich grüner, mitunter blüht es ganz zauberhaft.

Flugverbindungen:

Ab Deutschland: Mit Lufthansa Ferienflieger Discover Airlines mehrmals wöchentlich nach Windhoek. Mit Zwischenstopp in Addis Abeba, Istanbul oder Doha fliegen auch andere Airlines Windhoek an, wenngleich das Angebot allgemein dürftig ist. Mitunter lohnt auch der Blick auf folgende Verbindung: von verschiedenen deutschen Flughäfen nach Johannesburg und von dort weiter nach Windhoek.

Ab der Schweiz: Bislang gibt es keine Direktflüge von der Schweiz nach Namibia, doch das ändert sich 2026, wenn Edelweiss Air ab 1. Juni eine Direktverbindung von Zürich nach Windhoek ins Programm aufnimmt, zweimal pro Woche. Bis dahin geht es zum Beispiel mit Swiss nach Frankfurt und von dort weiter.

Ab Österreich: Auch von hier aus gibt es derzeit keine Direktflüge.

Einreise:

Der Reisepass muss sechs Monate über die Aufenthaltsdauer hinaus gültig sein. Seit 1. April 2025 benötigen deutsche, österreichische und Schweizer Staatsangehörige auch für Urlaubsreisen nach Namibia ein Visum. Es kostet rund 90 Franken und kann vorab online oder bei der Ankunft am Flughafen ausgestellt werden. Impfungen sind nicht vorgeschrieben.

Eine Walking Safari ist etwas ganz Besonderes

Rumreisen:

Mietwagen bieten zum Beispiel Namibia Car Rental, ein deutschsprachiger Vermieter in Windhoek (Tel. +264/61/249239, www.namibiacarrental.net), Namibia2Go (www.namibia2go.com/de) und Caprivi Car Hire (www.caprivicarhire.com/de).

Veranstalter:

Eine Reihe von Anbietern bietet deutschsprachige Gruppenreisen an. So auch Hauser Exkursionen, die einen besonderen Schwerpunkt auf Wanderungen legen – ein guter Ausgleich zu den langen Bus-/Autofahrten. Das gilt auch für eine 13-tägige Selbstfahrer-Wanderreise, u. a. mit den Stationen Kalahari, Sossusvlei, Swakopmund, Erongogebirge und Etosha-Nationalpark, ab 3025 Euro pro Person inklusive Mietwagen, Unterkünften, viel Verpflegung, CO₂-Kompensation und einigen Aktivitäten, aber exklusive Flug, Termin frei wählbar.

Informieren:

Tipps sowie ein kostenloses Infopaket gibt es beim Namibia Tourism Board, www.visitnamibia.com.na; eine interessante Recherchequelle ist Namib Travel Online: www.natron.net

Die Reise wurde unterstützt von Hauser Exkursionen.

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