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Verspätung des A380

Qatar will Geld von Airbus

Weil die Superjumbos von Airbus sich um Monate verspäten, pöbelt der Chef von Qatar gegen den Hersteller. Er fordert eine Entschädigung.

Airbus

Airbus A380 von Qatar: Die Fluglinie will eine Entschädigung von Airbus.

«Wir werden uns sicher nicht mobben lassen», beschwerte sich Qatar-Chef Akbar Al Baker. Er hatte die Präsenz eines Airbus A380 bei der Luftfahrtmesse in Farnborough als direkten Angriff auf seine Fluggesellschaft gesehen. Eigentlich hätte ein A380 von Qatar Airways einen Auftritt haben sollen. Doch weil sich die Auslieferung wegen Problemen mit der Kabine immer wieder verzögerte, sagte Qatar das ab.

Dass Airbus nun seinen eigenen Schauflug veranstaltete, sei wohl ein Versuch, Qatar dazu zu zwingen, den A380 nun endlich anzunehmen. Immer wieder hatte Al Baker zuvor erklärt, er sei immer noch nicht zufrieden mit der Kabine. Statt im Juli soll der Jet nun erst Ende des Jahres erstmals an Qatar ausgeliefert werden.

Kapazität verloren

Wegen der Verspätung habe man einiges an Kapazität verloren, beschwerte sich Al Baker weiter. Man habe entweder Flüge ganz streichen müssen oder sei auf kleinere Jets umgestiegen. «Die damit verbundenen Verluste sind sehr schmerzhaft für uns», sagte der Manager der Nachrichtenagentur Reuters. Alle drei Flieger, die Qatar erwartet, seien nun mehr als 30 Tage verspätet. Man werde von Airbus eine Kompensation für die Verluste verlangen.

Wieviel Qatar verlangt, wird nicht offiziell gesagt. «Aber keine Kompensation kann gutmachen, was eine Airline verliert, wenn ein Flieger verspätet bei ihr eintrifft», fügte Al Baker an. Von Airbus heißt es lediglich, man befinde sich in Gesprächen mit Qatar. Die Fluggesellschaft sei ein wichtiger und geschätzter Kunde und man werde sich bald einigen.

Probleme auch wegen Türen?

Was genau die Kabinenprobleme sind, welche Qatar immer wieder dazu brachten, von Airbus Anpassungen zu verlangen, war lange unklar. Nun sagte Al Baker in Farnborough, er sei mit der Textur der Farbe, den Wandfolien und dem Boden in den Küchen nicht glücklich.

In der Branche munkelte man aber auch, dass die Verspätungen etwas mit Problemen zu tun habe, die zuletzt über die Türen des A380 bekannt wurden. Diverse Airlines hatten sich bei Airbus beklagt, dass es bei Türen im Superjumbo zu Vibrationen kam und das störend für die Passagiere sei. Airbus erklärte in Farnborough nun, dass man vorsorglich alle A380-Türen überprüfen werde. Langfristig würden an jeder Türe Dichtung und Regenschutz ausgetauscht, so ein Sprecher. Auch das wird bei zahlreichen Kunden zu Ausfällen führen.

Ersetzt durch alte Boeing 747

Die Lufthansa erklärte gegenüber dem Fernsehsender NDR, man werde vielleicht einige alte Boeing 747 länger im Dienst lassen, um die Ausfälle gering zu halten. Zwölf A380 fliegen momentan für Lufthansa. Eigentlich hatte es zuerst geheißen, dass nur 10 Prozent aller Superjumbos defekte Türen vorweisen.



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