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Fall bei British Airways

Pilot wollte Jumbo abstürzen lassen

Ein Pilot von British Airways wollte vor fünf Jahren mit seiner Boeing 747 absichtlich abstürzen, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Angehörige sehen Parallelen zu Germanwings und klagen.

British Airways

Cockpit einer Boeing 747-400: Der Pilot hatte schlimme Gedanken.

Der Kopilot von Unglücksflug 4U9525 hatte offenbar panische Angst davor, seine Lizenz zu verlieren. Momentan gelte die Furcht, wegen medizinischen Problemen die Flugtauglichkeit zu verlieren, als Hauptmotiv für den mutmaßlich bewusst herbeigeführten Absturz des Airbus A320 von Germanwings, so ein Ermittler zur Zeitung Bild. Der 27-Jährige habe deshalb eine Auszeit verlangen wollen, so das Blatt weiter. Schon früher war der Kopilot gemäß der Staatsanwaltschaft Düsseldorf «über einen längeren Zeitraum mit vermerkter Suizidalität in psychotherapeutischer Behandlung». Später wurde diese aber als geheilt betrachtet. In ärztlicher Behandlung blieb der Mann aber bis zuletzt.

Die Hinterbliebenen einer 2010 getöteten Britin erinnert das schmerzhaft an das, was sie vor fünf Jahren erlebten. Die Frau war mit einem Piloten von British Airways verheiratet. Ihr Mann fühlte sich seit längerem gestresst und teilte dies auch seinen Chefs bei der Fluggesellschaft mit, so die Zeitung Daily Mail. Doch die Vorgesetzten verfolgten das Problem nicht weiter. Später tötete der Pilot seine Frau und begrub sie in einem Park. Am nächsten Tag hätte er mit einer Boeing 747-400 nach Lagos in Nigeria fliegen sollen.

«Ich wollte ein Statement machen»

Im Gerichtsverfahren offenbarte der Täter später, dass er sich überlegt hatte, nicht nur sein Leben zu beenden. «Ich dachte, wenn ich zur Arbeit gehe, könnte ich einen Flieger abstürzen lassen» sagte er gemäß Daily Mail. «Ich könnte das Flugzeug nach Lagos fliegen und es dort crashen oder mich dort im Hotel aufhängen. Ich wollte ein Statement machen.» Für die Hinterbliebenen der ermordeten Ehefrau zeigt der Germanwings-Fall, dass Fluglinien nichts aus ihrem Beispiel gelernt hätten. Es habe Warnsignale gegeben. Doch die seien ignoriert worden.

Auch beim Absturz von Flug 4U9525 gibt es Kritik an der Airline. Sie habe den wahren Gesundheitszustand zuwenig geprüft. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte vergangene Woche erklärt, der Kopilot sei zu «100 Prozent flugtauglich» gewesen. Er habe eine gültige Lizenz und eine gültige Tauglichkeitsbescheinigung besessen. Unter dem Licht der neuesten Erkenntnisse über verheimlichte Krankheiten würde man diese Aussage jedoch vielleicht heute relativieren, so die Lufthansa inzwischen zu Bild.

Schule des Kopiloten wusste von Depression

Man habe weitere Akten an die Staatsanwaltschaft übergeben, so die Lufthansa. Darunter auch eine E-Mail-Korrespondenz des Kopiloten mit der Verkehrsfliegerschule. Darin habe er 2009 im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme seiner Ausbildung nach einem längeren Unterbruch durch Übersendung medizinischer Unterlagen über eine «abgeklungene schwere depressive Episode» informiert.

Auch in den USA ist das Thema Depression bei Piloten nun ein Thema. Ein Flugkapitän von Jetblue hatte 2012 einen Nervenzusammenbruch über den Wolken. Er rannte schreiend durch den Gang des Flugzeuges. Nun verklagt er seinen ehemaligen Arbeitgeber. Er sei nicht daran gehindert worden, zu fliegen.



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