Ruinen an der Bergspitze des Huayna Picchu: Der geplante Flughafen gefährdet Machu Picchu.

PeruFlughafen Machu Picchu wird gebaut - trotz heftiger Kritik

Die legendäre Inkastadt in Peru bekommt einen Flughafen. Wissenschaftler sind entsetzt und warnen vor schweren Folgen für Machu Picchu.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Trainer Aircraft Chief Engineer

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Anfang des Jahres führte die peruanische Regierung in Machu Picchu eine Zugangsbeschränkung ein. Die jahrhundertealte Inkastadt ist seither nur noch für maximal vier Stunden und mit vorher für eine ganz bestimmte Uhrzeit gebuchtem Ticket besuchbar. Mit der Maßnahme will das Land die Touristenströme eindämmen, die den Verfall von Sonnentempel, Tempel des Kondors oder Intihuatana-Stein beschleunigen und den Titel als Unesco-Welterbe gefährden.

Im Widerspruch dazu stehen Pläne der Regierung, für Machu Picchu bis 2023 einen neuen Flughafen zu bauen. Denn mit dem geplanten Airport in der etwa 55 Kilometer südöstlich der Ruinen gelegenen Stadt Chinchero erhofft sich Peru, mehr Besucher zu den Stätten locken zu können. Bereits im Januar begannen Bagger mit dem Ebnen hügeliger Flächen. Dies obwohl Wissenschaftler und Einwohner entsetzt sind und vor schweren Folgen warnen. Doch die Bauarbeiten gehen weiter.

«Flughafen würde alles zerstören»

Mehr als 70.000 Unterschriften sammelten Gegner des Flughafens bereits. Sie übergaben die Petition an Perus Präsidenten Martín Vizcarra. Etwa 200 Experten und Wissenschaftler befürchten in einem Protestschreiben nicht nur eine Überflutung mit Touristen, die den Zerfall der Ruinen beschleunigt. «Ein Flughafen in Chinchero hätte eine Reihe von negativen Auswirkungen auf eine der wichtigsten Kulturlandschaften Perus», sagt Natalia Majluf, Kunsthistorikern an der Universität Cambridge. Sie hat die Petition ins Leben gerufen.

Der Bau des Flughafens und seiner Infrastruktur werde zu einem die Landschaft um Machu Picchu entstellen, sagt Majluf der spanischen Tageszeitung La Vanguardia. Besonders für Archäologen ist das ein Albtraum, da die gesamte Landschaft durch die Ureinwohner Perus geformt wurde. «Die Inkas haben hier Terrassen und Wege angelegt. Ein Flughafen würde alles zerstören», zitierte der Spiegel die Historikerin bereits im Mai.

Regierung ignoriert Kritik

Weil die Flugzeuge zudem Machu Picchu in einer Höhe von 600 Metern überfliegen werden, werde in Zukunft auch der Fluglärm den Inka-Stätten zusetzen, sagt die Gegnerin weiter. Auf die Einwohner des Gebiets sollen zudem existenzielle Probleme zukommen. Einige haben bereits heute nur eingeschränkten Zugang zu fließendem Wasser, erklärt Maljuf der Zeitung ABC. Mit dem Laguna Piuray gefährdet der Bau des Flughafens einen See, der zu den wichtigsten Trinkwasserquellen der Region zählt.

Die Regierung ignoriert die Warnungen bisher und hält am Bau des Flughafens in Chinchero fest. Er soll das Wachstum der Region beschleunigen. «70 Prozent unseres Einkommens aus dem Tourismus kommt durch Machu Picchu», erklärt Carlos Canales, Präsident der peruanischen Tourismuskammer, dem Nachrichtensender Al Jazeera.

Große Armut

In der Region um Chinchero herrscht laut Canales trotzdem eine große Armut. Die Befürworter des Flughafens glauben, dass der Bau für einen benötigten Aufschwung sorgt. Gegner befürchten, dass es wegen den negativen Effekten sogar schlimmer werden könnte.

Mehr zum Thema

Boeing 737-300 von Star Perú: Künftig im Parallelflug mit Peruvian Airlines.

Peruanische Airlines schließen sich zusammen

Boeing 737 von LC Peru: Darf zurzeit nicht abheben.

Regionalairline LC Peru am Boden

Sukhoi Superjet 100: Bald auch in Peru im Einsatz?

Peruvian Airlines interessiert an Superjet und MS-21

ticker-peru

Saab, Dassault oder Lockheed Martin? Peru verschiebt milliardenschweren Kampfjet-Deal

Video

Der Airbus A321 Neo von Lufthansa bei der Evakuierung: Starker Geruch nach Kerosin.
Kurz nach dem Start Richtung München musste ein Airbus A321 Neo der deutschen Fluglinie umkehren. Nach der sicheren Landung in Athen wurde der Jet von Lufthansa evakuiert. Drei Menschen wurden leicht verletzt.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Evakuierung des AIrbus A321 Neo von Frontier Airlines: Viele nehmen ihr Gepäck mit.
Nach dem tödlichen Zwischenfall auf der Startbahn in Denver geriet auch die Evakuierung des Airbus A321 Neo in den Fokus. Erneut haben zahlreiche Passagiere trotz Rauchentwicklung ihr Handgepäck mitgenommen. Nun ermitteln die Behörden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
copa airlines muttertag
Wo können Mutter und Kind den Muttertag am besten verbringen? Im Cockpit, war die Antwort der Familie Freitas bei Copa Airlines.
Timo Nowack
Timo Nowack