A380 von Lufthansa: Doch keine Kooperation mit der Türkei.

«Lufthansa spielt in anderer Liga»

Die Regierungen waren dafür und doch kommen Lufthansa und Turkish Airlines nicht zusammen. Luftfahrt-Analyst Jürgen Pieper über Gründe und Aussichten.

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/span>Turkish und Lufthansa zusammen gegen die immer stärker werdenden Golfairlines – das klang eigentlich vernünftig. Was meinen Sie, warum man doch nicht zusammen fand?

Das kann man nur raten. Meistens passen die entscheidenden Personen nicht zusammen, oder deren Chemie stimmt nicht. Eventuell liegt es aber auch an unterschiedlicher Fremd- und Eigenwahrnehmung.

Wie meinen Sie das?

Trotz aller Erfolge von Turkish in der jüngsten Vergangenheit spielt Lufthansa eben doch noch in einer anderen Liga was die Marke betrifft. Aber auch in weltweitem Auftreten, Finanzkraft und Knowhow hat sie Turkish etwas voraus.

Turkish baut aber laufend aus – bereits jetzt fliegt sie mehr Länder an als jede andere Airline. Wird Turkish der Lufthansa nicht doch gefährlich?

Ein ernster Wettbewerber ist sie auf jeden Fall. Andererseits ist sie aber auch geografisch weiter weg als Air France oder British Airways. Noch hat sie Kostenvorteile wie Personalkosten, doch im Laufe der Zeit dürften die kleiner werden.

Wo sind denn die Türken stärker?

Bei der Infrastruktur. Der gewaltige Ausbau von Istanbul ist für sie offenbar kein Problem. Und: Die Marke ist zur Zeit dynamischer, «jünger». Lufthansa ist noch zu defensiv und sehr stark auf Kostenmaßnahmen fokussiert

Und wo hat die Lufthansa die Nase vorn?

Sie ist globaler und weltweit eine stärkere Marke. Ein Vorteil ist auch der sehr gute Ruf für Sicherheit und Pünktlichkeit. Außerdem ist sie unabhängiger vom Staat und einzelnen Investoren als Turkish Airways. Zusätzlich ist sie in der Star Alliance sehr gut vernetzt.

Immer mehr greift Turkish aber Passagiere in der deutschen Provinz ab. Ein Problem für die Lufthansa?

Nicht wirklich. Lufthansa konzentriert sich auf ihre Drehkreuze Frankfurt, München, Zürich, Wien. Das allein ist schon komplex genug.

Die Lufthansa bändelt nun dafür offenbar mit Emirates an. Hätte eine solche Liaison Potenzial?

Falls es wirklich so weit kommt, ist Emirates der noch stärkere Partner. Mit ihm zu kooperieren statt sich zu befehden, wäre ein klares Plus.

Wovon könnte denn Emirates da profitieren?

Lufthansa hat eine Menge Stärken und ist daneben der Weltmarktführer bei Wartung und Technik. Sie dürfte trotz aller Schwierigkeiten auch profitabler sein als Emirates.

Woran machen Sie das fest?

Man kann vermuten, dass Emirates wegen seiner aggressiven Expansionsstrategie keinen Gewinn erzielt.

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