AW 609: Das Luftfahrzeug wird jetzt in Serie gebaut.

Leonardo AW 609Kipprotor kommt in die zivile Luftfahrt

Halb Flugzeug, halb Hubschrauber. Mit dem Anlauf der Serienproduktion der AW609 können bald auch Passagiere in Luftfahrzeugen mit Kipprotor fliegen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Principal Engineer - Flight Physics Simulation

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
aaa aviation academy austria logo

ATO Training Expert (m/f/d)

Aviation Academy Austria
Vollzeit
Neusiedl am See
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Kipprotor-Wandelflugzeug: Die offizielle Bezeichnung ist ziemlich holprig und wenig attraktiv. Doch Luftfahrzeuge, die auf diesen Namen hören, sind technisch raffiniert. Sie vereinen die Vorteile von Hubschrauber und Flugzeug. Sind die Rotorblätter nach oben gestellt, kann es senkrecht starten oder landen. Sind sie nach vorne gekippt, fliegt es so schnell und weit wie ein Flieger.

Neu ist die Idee des Kipprotor-Wandelflugzeuges nicht. Einfach umsetzbar aber auch nicht. Das Konzept fand nach langer Entwicklungszeit und schweren Rückschlägen bisher nur in der Militärluftfahrt Einzug. Dies ändert sich jetzt. Der italienische Luftfahrt-Konzern Leonardo schickt nach langer Erprobung nun seinen AW 609 in die Serienproduktion.

Höher, schneller, weiter

Bereits vergangene Woche (15. April) startete die Fertigung, verriet der Hersteller dem Nachrichtensender CNN. Gegen Ende diesen Jahres soll dann auch die Zulassung durch die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA folgen. Wird der Zeitplan eingehalten, will Leonardo den ersten AW 609 im nächsten Jahr an den ersten Kunden übergeben.

Der Helikopter-Dienstleister Era Group aus dem Bundesstaat Texas in den USA wird Erstbetreiber der AW 609. Weitere Kunden des neuen Kipprotor-Wandelflugzeuges sind die Vereinigten Arabischen Emirate, welche es in der Such- und Rettungsrolle einsetzen wollen sowie ein japanisches Luftfahrtunternehmen, das das gleiche plant.

Geschäftsreisende, Organtransport, Rettungsmissionen

Neun Passagiere und zwei Besatzungsmitglieder können mit der AW 609 etwas mehr als 1400 Kilometer weit fliegen. Die Reisegeschwindigkeit soll dabei 510 Kilometer pro Stunde betragen. Da die Kabine unter Druck steht, ist zudem eine Flughöhe von ungefähr 7600 Metern möglich.

Besonders für Geschäftsreisende mit wenig Zeit, den eiligen Transport von Organen oder Such- und Rettungsmissionen soll sich das Luftfahrzeug anbieten. Doch die Geschwindigkeit kostet. Mit einem Stückpreis von rund 25 Millionen Dollar ist der AW 609 ungefähr doppelt so teuer wie die meisten VIP-Helikopter.

Schon lange in der Entwicklung

Die AW 609 wird bereits seit Ende der Neunzigerjahre entwickelt. Eigentlich sollte das Fluggerät aus der Schmiede von Boeing Hubschrauber-Produzent Bell stammen. Beide entwickelten bereits seit den Achtzigerjahren mit der V-22 Osprey einen Militär-Transporter mit demselben Prinzip. Doch der Testbetrieb erwies sich als mühsam und wurde von mehreren tödlichen Abstürzen überschattet.

Boeing sagte dem zivilen Pendant der Osprey schnell wieder Adieu. Doch Bell konnte mit Leonardo, damals noch Augusta-Westland, einen neuen Partner für den AW 609 gewinnen. 2003 hob der erste Prototyp zum Jungfernflug ab. Seitdem kam das Programm jedoch nur mit Mühe voran. Bell plagten noch immer Probleme und weitere fatale Abstürze beim Schwesterprojekt Osprey. Da beide Luftfahrzeuge nah miteinander verwurzelt sind, musste auch der AW 609 immer wieder überarbeitet werden.

Schwierige Zulassung

Auch die Zertifizierung erweist sich bisher als schwierig. So muss Leonardo mit der AW 609 den Behörden zugleich Helikopter und Turboprop-Flugzeug in einem Vehikel gebündelt als lufttüchtig erweisen. Das ist komplizierter, als nur eine Art Transportmittel zertifizieren zu lassen.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Aufnahmen der Leonardo AW 609.

Mehr zum Thema

Trümmerteil vom Unglück und eine Karte zu den Flugverläufen: Ein erster Bericht liegt vor.

Was in den Minuten vor dem Potomac-Unglück geschah

Hubschrauber mit iranischem Präsidenten an Bord verunfallt

Hubschrauber mit iranischem Präsidenten an Bord verunfallt

Pilot muss führerlosen Hubschrauber am Boden einfangen

Pilot muss führerlosen Hubschrauber am Boden einfangen

Wollten Sie schon immer so duften wie dieser Kampfjet?

Menschen, die nach Kampfjet duften

Video

Business Class Centre Seats
Teilweise wird sie in Airbus A350-900 und A350-900 ULR nachgerüstet, ganz kommt sie später in der Boeing 777-9 zum Einsatz: die neue Langstreckenkabine von Singapore Airlines. Wir zeigen, was das neu vorgestellte Produkt ausmacht.
Peter Pfänder
Peter Pfänder
Die ehemalige D-AICD: Sie hat ihren Standplatz verlassen.
Seit Anfang 2022 steht am Flughafen Düsseldorf ein ehemaliges Condor-Flugzeug. Nun wurde der 28 Jahre alte Airbus A320 von seiner Position weggeschleppt. Denn der geheimnisvolle Eigentümer lässt prüfen, ob der Jet wieder abheben kann.
Timo Nowack
Timo Nowack
Bangkok Suvarnabhumi aus der Luft: Der Flughafen soll seine Kapazität verdoppeln.
Der Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi soll künftig 120 Millionen Fluggäste pro Jahr abfertigen, doppelt so viele wie heute. Dafür sind ein neues Südterminal und eine vierte Piste geplant. Und schon zuvor soll es eine Erweiterung geben.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies