AAdvantage-Karte: American Airlines macht das Programm weniger attraktiv.

MeilenkönigVor der Rückstufung noch schnell profitieren

Airlines passen Meilenprogramme gerne nach unten an. Jüngstes Beispiel ist AAdvantage von American Airlines. Wer will, kann aber noch profitieren - etwa mit einem First-Class-Flug für 80.000 Meilen nach Dubai.

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Vielfliegerprogramme ändern sich häufig, die Anpassungen werden den Kunden dabei meist als Verbesserungen verkauft. Wer jedoch zwischen den Zeilen liest, merkt meistens schnell, dass für eine positive Neuerung oftmals zig Verschlechterungen in Kauf genommen werden müssen. Offen kommuniziert werden diese meistens nicht.

Jüngstes Bespiel für solch ein Vorgehen ist die Anpassung des American Airlines AAdvantage Programms zum 22. März. Nach dem Zusammenschluss mit US Airways sind zahlreiche Vielflieger auf das Programm umgestiegen, da sie vor allem durch attraktive Konditionen und Bonusaktionen zum Meilenkauf gelockt wurden. Und dies war bislang nicht nur für Amerikareisende interessant. da die gesammelten Meilen auch für Flüge in andere Teile der Welt eingesetzt werden können.

Viele Ziele werden deutlich teurer

Besonders beliebt für den Meileneinsatz sind Reisen in der First Class, die sich je nach Routing mit Airlines wie Cathay Pacific, Qantas, aber auch British Airways mit bis zu 70 Prozent Rabatt buchen ließen. Doch nun ist Schluss mit dem günstigen Luxus. So benötigt man ab 22. März ganze 92.500 Meilen, um mit einer Oneworld-Fluggesellschaft in der First Class, der bislang besten Einlöseoption, von Europa nach Hawaii zu fliegen. Zuvor waren es gerade einmal 62.500 Meilen, die für den Luxusflug eingesetzt werden mussten. Das entspricht einer Steigerung von beinahe 50 Prozent!

Bei anderen Destinationen sieht es ähnlich düster aus. Wer in der First Class nach Asien fliegen möchte, muss dafür ab Mitte März 90.000 statt zuvor 70.000 Meilen einsetzen, für Ziele in den Südpazifik erhöht sich der Einsatz um 35.000 Meilen auf fortan 115.000 Meilen. Auch die Business Class ist von den Anpassungen nicht verschont geblieben. So verteuern sich die Ziele nach Afrika um 47 Prozent und auch Hawaii, Asien und der Südpazifik benötigen über 40 Prozent mehr Meileneinsatz.

Auch das Sammeln von Meilen wird teurer

Eine weitere folgenreiche Anpassung des Programms ist der Umstieg auf ein umsatzbasiertes System. Aktuell werden die gesammelten Meilen noch anhand der tatsächlich geflogenen Distanz multipliziert mit einem Faktor in Abhängigkeit der Buchungsklasse kalkuliert. Ab Mitte März gelten jedoch die Ausgaben, die man für ein Flugticket getätigt hat, als Berechnungsgrundlage für die später gutgeschriebenen Meilen. Konkret bedeutet dies: Wer ein günstiges Ticket, zum Beispiel im Zuge einer Promotion erwirbt, bekommt dafür weniger Meilen gutgeschrieben als für dasselbe Ticket außerhalb der Promotion. Somit wird nicht nur das Einlösen von Meilen erheblich teurer, sondern auch das Sammeln – eine denkbar ungünstige Kombination für kostenbewusste Vielflieger.

Über all die negativen Entwicklungen bei AAdvantage kann auch die vereinfachte Qualifikation zum Status nicht hinwegtrösten. Zwar erhält man in allen Reiseklassen fortan mehr Statusmeilen, die sogenannten EQMs, und gelangt dadurch schneller in den Genuss von kostenlosem Loungezugang, erhöhten Gepäckfreimengen und ähnlichem – die weitreichenden Verschlechterungen des Programms kann dieses Zugeständnis aber nicht kompensieren.

Jetzt noch handeln

Daher meine finale Empfehlung: Wer Meilen bei AAdvantage hat, sollte diese unbedingt noch vor dem 22. März einlösen. Gegebenenfalls sollte man sich noch weitere Meilen hinzukaufen, um dann ein besonders hochwertiges Meilenticket z. B. in der First Class erwerben zu können. Für 80.000 Meilen geht es beispielsweise mit Qantas in Kombination mit British Airways ab Deutschland, Österreich oder der Schweiz in der A380 First Class nach Dubai (Return). Dabei kann man in Dubai auch die gewaltige Emirates First Class Lounge des A380 Terminals sowie den Chauffeur Service nutzen. Eine stilvoller Abschied von den goldenen Zeiten bei American Airlines AAdvantage.

Alexander Koenig ist freier Kolumnist von aeroTELEGRAPH. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Vielfliegerberatung First Class & More. Seit vielen Jahren berät er seine Kunden insbesondere zum Thema optimale Ausnutzung von Meilenprogrammen, um damit den gewünschten Vielfliegerstatus und Freiflüge in Business und First Class zu erhalten. In seinem First Class & More Blog und auf seiner Facebook-Seite stellt er täglich die besten exklusiven Flug-, Hotel- und Meilen-Deals zusammen. Die Meinung der freien Kolumnisten muss nicht mit der der Redaktion übereinstimmen.

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