Nur noch 16 von 64 Kingfisher-Fliegern heben momentan ab.

Kingfisher gegen Piloten

Die Airline versprach, den Piloten endlich die Gehälter zu zahlen. Doch die wollen das Geld bis morgen - und drohen.

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Die Crews waren einfach nicht zur Arbeit erschienen. Mindestens fünf Kingfisher-Flüge aus Delhi und Mumbai fielen daher am Montag (2. April) aus, wie das der TV-Sender NDTV berichtet. Die Piloten der indischen krisenairline wurden seit Monaten nicht bezahlt und sehen inzwischen ernsthafte Sicherheitsprobleme - der Stress, den die finanziellen Probleme auslösten, sei einfach zu groß. Firmenchef Vijay Mallya berief daraufhin ein Krisentreffen in Mumbai ein. Dort versprach er den Angestellten, noch diese Woche ihre Löhne auszuzahlen. Nachwuchskräfte sollen ihre Gehälter am 4. April erhalten, Piloten am 9. und 10. April, schreibt er in einem Brief an die Angestellten.

Im Schreiben macht der Multimilliardär, der mit Bier reich wurde, auf Versöhnung. «Mein einziges Ziel wird es sein, die ernsthaft überfälligen Gehälter auszuzahlen», so Mallya. Da man einen Teil der Steuerschulden abbezahlt habe, seien die Konten von der Regierung wieder freigegeben worden und der Zahlung stünde nichts mehr im Weg. «Bitte beiben Sie bei mir und stärken Sie mir den Rücken», heißt es am Ende des Briefes.

Angestellte haben keine Geduld mehr

Doch die Angestellten haben langsam die Nase voll von Versprechungen. Sie scheinen ihrem Chef nicht wirklich zu trauen. Die Pilotenvereinigung setzte Mallya eine Frist bis heute Dienstag (3. April) um 20 Uhr Lokalzeit, um die Löhne für mindestens zwei Monate zu bezahlen. Für das März-Gehalt habe er bis am 20. April Zeit, berichtet die Nachrichtenseite IBN. Wenn die Airline die Frist nicht einhalte, drohen die Flugkapitäne und technischen Angestellten mit Streik. 350 Ingenieure im ganzen Land und mindestens 30 Piloten von Kingfisher dürften dann die Arbeit verweigern.

Die Fluglinie fliegt ohnehin schon auf Sparflamme: Von eigentlich 64 Fliegern der Flotte heben momentan nur noch 16 ab. 28 von 56 Destinationen wurden gestrichen, darunter auch sämtliche internationalen Flüge. Die Hälfte der Angestellten hatte Mallya bereits früher gebeten, bis auf weiteres nicht zur Arbeit zu erscheinen - auch wenn er keine Kündigungen aussprach. Nachdem indische Steuerbehörden zuletzt mehrere Konten der Airline eingefroren hatten, warf die Iata die Airline aus ihrem Abrechnungssystem, weil sie ihre Schulden nicht mehr bezahlen konnte. Das geschah schon zum zweiten Mal in etwas mehr als einem Monat. Die drittgrößte indische Fluggesellschaft schaffte es seit Beginn des Flugbetriebs 2005 nie, schwarze Zahlen zu schreiben. Insgesamt häufte Kingfisher umgerechnet rund eine Milliarde Euro an Schulden an, alleine im letzten Quartal 2011 betrug der Verlust rund 65 Millionen.

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