Flugzeug von ATR: 74 Plätze sind noch immer das höchste der Gefühle.

Streit um StrategieItaliener wollen Airbus-Anteil an ATR übernehmen

Der italienische Technologiekonzern Leonardo will beim Projekt Superjet aussteigen und dafür ATR ganz übernehmen. Er findet, dass Airbus den Turbopropflieger behindert.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Die Idee geistert seit Jahren in den Köpfen der Ingenieure und Manager von ATR Avions de Transport Régional herum. Sie wollen ein 90-plätziges Flugzeug bauen. Der Grund: Die Nachfrage nach Turbopropfliegern ist in den vergangenen Jahren laufend angestiegen. 2016 erwartet ATR erneut ein Rekordjahr.

Gleichzeitig suchen die Fluggesellschaften aber auch nach größeren Maschinen. Daher sieht man bei ATR eine Chance für ein neues Produkt mit höherer Kapazität. Derzeit ist die ATR 72-600 mit Platz für 74 Passagiere ihr größtes Flugzeug. Konkurrent Bombardier ist schon weiter. Er hat im Februar eine spezielle Version der Dash 8 Q400 mit mehr Platz angekündigt. Sie kann statt 78 neu 90 Passagiere aufnehmen. Es ist das größte Turbopropflugzeug auf dem Markt.

Entwicklung zu teuer?

Bei ATR wird man die  Ankündigung von Bombardier mit Zähneknirschen vernommen haben. Dem französisch-italienischen Gemeinschaftsunternehmen sind seit Jahren die Hände gebunden. Einer der Aktionäre verweigert dem Projekt 90-Plätzer konsequent seinen Segen: Airbus. Als zweiter Anteilseigner ist der Konzern aus Toulouse gegen eine Ausweitung der Produktepalette nach oben. ATR sei Marktführer und brauche einen 90-Plätzer nicht. Die Entwicklung sei außerdem zu teuer.

Dieses Dilemma will der italienische Aktionär Leonardo - ehemals Finmeccanica – lösen. Er möchte Airbus den 50-Prozent-Anteil an ATR abkaufen und so die Kontrolle zu 100 Prozent übernehmen. Schätzungen gehen von einem Preis von 500 bis 700 Millionen Euro aus. Gespräche darüber werden derzeit geführt, wie die Wirtschaftszeitung Milano Finanza schreibt. An der Hauptversammlung von Leonardo wurde das bestätigt.

Ausstieg bei Superjet

Finanzieren möchte Leonardo den Deal mit dem Verkauf einer anderen Beteiligung. Der Traditionskonzern ist seit Jahren unzufrieden mit der Entwicklung des Projekts Superjet International, das den Sukhoi Superjet 100 baut und vertreibt. Daran sind die Italiener zu 25 Prozent beteiligt, Sukhoi hält 75 Prozent. Nun will der russische Flugzeugbauer ein größeres Modell entwickeln. Das Geld dafür will aber Leonardo/Finmeccanica nicht ausgeben. Auch hier laufen offenbar Gespräche.

Mehr zum Thema

Motor einer Bombardier Dash 8 Q400: Bald treibt er einen Flieger mit 90 Passagieren an.

Jetzt kommt der 90-plätzige Turboprop-Flieger

Der Airbus A380 mit der Kennung 9M-MNE bei der Ankunft in Tarbes 2022: Seit 2024 als 2-JEYL registriert.

Was aus Airbus' zweitem A380 mit Guernsey-Kennzeichen wird

ticker-airbus-konzern-

Airbus erhält 25-Jahres-Vertrag für Cybersicherheit in Frankreich

Die G-POWM von Titan Airways: Wird bald als 9H-ZTE registriert.

Titan Airways meldet Airbus-Werksshuttle-Flieger in Malta an

Video

Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
aeroTELEGRAPH-Herausgeber Stefan Eiselin zum Unglück von Flug SR1111: «»
Rauch im Cockpit, ausfallende Instrumente und schließlich ein nicht mehr kontrollierbares Flugzeug: Der Absturz von Flug SR111 von Swissair kostete 229 Menschen das Leben. Die Erkenntnisse aus der Katastrophe führten später zu neuen Sicherheitsregeln – und wirken bis heute nach.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier