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Milliardenbestellung

Iran Air stellt sich auf Boeing-Order ein

Offenbar befindet sich Iran Air in fortgeschrittenen Verhandlungen mit Boeing. Doch bis die Amerikaner wirklich Flugzeuge liefern können, müssen noch bürokratische Hürden überwunden werden.

San Diego Air & Space Museum Archives/Wikimedia/CC

Altes Poster von Iran Air: Die Airline will sich erneuern.

Bisher hat im Iran ganz eindeutig Airbus die Nase vorn. Insgesamt 118 Flugzeuge will das Land beim europäischen Flugzeugbauer kaufen, darunter auch ein Dutzend Airbus A380. Boeing war in der ganzen Sache von Anfang an zurückhaltend – auch aus politischen Gründen. Im Februar erhielt Boeing gemeinsam mit anderen Firmen dann eine Marketinglizenz. Und inzwischen finden auch erste Gespräche zwischen den Amerikanern und dem Iran statt. Das bestätigte Iran-Air-Chef Farhad Parvaresh der Nachrichtenagentur Reuters.

«Es gibt Treffen und Verhandlungen», so Parvaresh. «Wir hoffen, dass wir uns einigen können.» Was die Größe der Bestellung angeht, blieb er vage. Sie werde wohl nicht größer sein als die bei Airbus, «aber in einer ähnlichen Größenordnung.» Doch längerfristig macht der Manager durchaus Hoffnungen. Immerhin brauche man noch um die 300 Flugzeuge in den kommenden Jahren.

Noch viel Bürokratie im Weg

Doch bevor der Iran wirklich bei Boeing bestellen kann, muss noch einiges geklärt werden. Natürlich brauche man noch die Zustimmung der Regierung, weil man ja eine staatliche Airline sei, so Parvaresh. Auch von der US-Regierung bräuchte Boeing noch einmal neue Lizenzen, um ein Geschäft abzuschließen und zusätzlich noch Exportgenehmigungen, wenn man die Flieger schließlich ausliefert.

Auch für die Airbus-Lieferungen sind noch Genehmigungen aus den USA nötig, weil mehr als zehn Prozent der Teile in den Fliegern aus dem Land kommen. Doch Airbus zeigte sich noch im April zuversichtlich, dass man schon bald die ersten Jets ausliefern könne.

Finanzierung ist ein Problem

Ein weiteres Problem birgt die Finanzierung. Iran Air muss Wege finden, in der Bezahlung das US-Finanzsystem zu umgehen. Die Fluggesellschaft befindet sich daher in Gesprächen mit verschiedenen Firmen, die helfen könnte. «Die Financiers, mit denen wir reden, müssten Airbus in Euros zahlen und dann zahlen wir ihnen das Geld», so Parvaresh zu Reuters.

Doch das Problem sei derzeit noch, dass keine der Firmen und Banken bereit sei, die Finanzierung einer großen Zahl von Fliegern zu übernehmen. «Jeder will nur um die zehn Flieger nehmen, aber das ist nicht gut für uns. Wir würden lieber alles mit einem oder zwei Financiers abklären. Wir befinden uns da in sehr fruchtbaren Gesprächen», so der Manager.



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