Bjorn Kjos: «Volles Vertrauen in den Dreamliner.»

«Mit B787 noch nicht zufrieden»

Norwegian-Chef Bjorn Kjos im exklusiven Interview über den Ärger mit dem Dreamliner, den Ausbau in Deutschland und der Schweiz sowie neue Strecken.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Ryanair-Chef Michael O‘Leary hat Ihre Langstreckenpläne damals mit «sind die Norweger verrückt?» kommentiert. Was antworten Sie ihm heute?

O'Leary ist ein netter Typ. Er macht sich einfach Sorgen, weil ich so viele Dreamliner kaufe (schmunzelt). Wir konzentrieren uns momentan auf unser Geschäft und haben nur Respekt für unsere Konkurrenten. Aber wir sehen auch: Unser Geschäftsmodell funktioniert in vielen anderen Ländern außerhalb von Skandinavien auch sehr gut.

Sie haben kürzlich angekündigt, eine neue Basis in Barcelona zu eröffnen und ab 2016 von dort auch Langstreckenflüge anzubieten. Könnten Sie sich dasselbe in Deutschland, Österreich oder der Schweiz vorstellen?

Jetzt gerade fokussieren wir uns auf unsere neuen Langstreckenrouten von London Gatwick aus. Aber: Natürlich wollen wir weiter expandieren und wir wollen in Zukunft noch weitere Dreamliner dafür kaufen.

Viele Billigfluggesellschaften scheitern daran, auf der Langstrecke erfolgreich zu sein. Wieso klappt es bei Ihnen so gut?

Es ist die Kostenkontrolle. Unsere neue Flotte ermöglicht uns das. Und da wir kontinuierlich neue Flieger erhalten, wachsen wir mit geringen Kosten. Einer der Hauptgründe für die niedrigen Ausgaben ist der Dreamliner. Er ist extrem effizient und ermöglicht uns große Ersparnisse.

Aber Sie hatten auch viele Probleme mit der Boeing 787...

Das stimmt. Bisher haben wir mehr technische Probleme gehabt als wir erwartet hatten, die Performance war überhaupt nicht zufriedenstellend. Aber wir befinden uns momentan in einem anhaltenden Dialog mit Boeing. Die Amerikaner haben nun die Dienstleistungen für unsere Flieger erhöht. Wir haben immer noch Vertrauen in den Flieger. Aber operativ sind wir noch lange nicht befriedigt.

Und wenn die Probleme weiter gehen?

Wie gesagt - bisher verlaufen die Gespräche konstruktiv. Wir konzentrieren uns erst einmal darauf, die technischen Probleme in den Griff zu bekommen.

Wäre ein anderer Flieger eine Option für Ihre Flotte? Vielleicht der A350?

Wir haben volles Vertrauen in den Dreamliner, er ist ein fantastischer Flieger. Wir haben uns damals für ihn entschieden, weil er das erste Langstreckenflugzeug der neuen Generation auf dem Markt war. Nun geht es darum die Passagiere pünktlich ans Ziel zu bringen.

In den ersten paar Monaten Ihres Langstreckenangebots gab es immer wieder harsche Kritik von Passagieren, die sich schlecht behandelt fühlten. Haben Sie etwas dagegen unternommen?

Mit unzufriedenen Passagieren können wir als Unternehmen nicht leben. Wir haben uns unsere Arbeitsabläufe ganz genau angesehen um zu schauen, wo wir uns verbessern können und um unzureichenden Service zu verbessern. Wir setzen dabei auch immer auf Feedback unserer Passagiere, damit wir besser werden können.

Wie sehen Ihre Wachstumspläne in den kommenden Jahren aus?

Wir werden in diesem und im kommenden Jahr vier Flieger bekommen und haben eine feste Order ausstehend. Im ersten Quartal 2016 kommen zwei weitere Boeing 787-9 dazu. Es sieht also nach einer Menge spannender neuer Routen aus...

Zum Beispiel?

Asien wird sehr wichtig werden, vor allem die Chinesen haben immer mehr Geld zur Verfügung. Der wichtigste Passagierstrom wird also von Asien nach Europa kommen. Viele meiner Traumziele liegen daher auch im asiatischen Raum.

Mehr zum Thema

Boeing 777X: Die klappbaren Flügelspitzen sind eine der Neuheiten.

Fürchten Airlines Terrible Teens bei der Boeing 777-9?

Boeing 787: Auch dieses Modell dürfte in der Order aus China enthalten sein.

Boeing ist zurück im Spiel mit China - aber kleiner und geheimnisvoller als erwartet

ticker-boeing-1

Jetzt spricht Donald Trump von bis zu 750 Jets, die China bei Boeing bestellen will

Westliche Flugzeuge von Aeroflot: Russland führt ein eigenes Regelwerk für die Luftfahrt ein .

Ohne Westen: Russland baut eigenes Luftfahrt-Regelwerk auf

Video

airbus a319 xizang airlines tibet airlines
Auf einem frisch lackierten Airbus A319 von Tibet Airlines ist der Name Xizang Airlines zu lesen. Es könnte der erste Schritt einer größeren Umbenennung sein, die auch einen politischen Hintergrund haben könnte.
Timo Nowack
Timo Nowack
Airbus A380 von Lufthansa: Die D-AIMH wird noch bis Anfang Juni in. Dresden umgebaut.
Noch hängen Kabel aus der Kabine und manche Fußablagen fehlen. Doch der Umbau der Airbus A380 von Lufthansa bei EFW in Dresden zeigt bereits, wie die modernisierte Business Class aussehen wird. Der Zeitplan ist straff – und die Logistik kompliziert.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Der Moment vor dem Absturz: Die Cessna kollidiert mit dem Gleitschirm.
Eine Paragliderin überlebt mit Glück den Zusammenstoß mit einer Cessna. Der Unfall wirft Fragen auf: Wer muss wem ausweichen? Und warum sehen sich Motorpiloten und Gleitschirmpiloten im selben Luftraum oft erst im letzten Moment?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies