Die Neckarauer Straße in Mannheim ist eine vierspurige Straße mit einer zusätzlichen Trasse für die Straßenbahn, die zwischen den beiden Fahrbahnen verläuft. Auf der einen Seite grenzt die Hauptfeuerwache an diese stark befahrene Straße, auf der anderen Seite an das sogenannte Feuerwehrfeld, eine Freifläche, auf der Veranstaltungen wie Jahrmärkte stattfinden.
Abrupter Leistungsabfall des Motors
Direkt nach der Notlandung haben Beamte der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) die Ermittlungen aufgenommen. Knapp zehn Wochen später hat die BFU am 19. Februar ihren Zwischenbericht veröffentlicht. Wahrscheinlich ist eine falsch angezogene Überwurfmutter im Continental-Dieselmotor vom Typ CD-155 des Flugzeugs für den Unfall verantwortlich.
Laut BFU-Bericht wollten die drei Personen an Bord – ein 23-jähriger Pilot mit seiner Freundin sowie einem weiteren Passagier – am Nachmittag des 12. Dezember bei geeignetem Flugwetter zu einem halbstündigen Rundflug starten. Die Bedingungen waren ideal: Windstille, kaum Wolken und rund 10 Grad Celsius. Der Start verlief noch ohne Probleme. Doch schon nach nur zwei Minuten, in etwa 1700 Fuß Höhe, kam es zum abrupten Leistungsverlust des Motors.
Weg zurück war nicht machbar
«Es fühlte sich an, als würde jemand die Maschine abrupt abbremsen», beschrieb der Pilot später. Der Motor war aus. Er leitete eine Umkehrkurve ein, in der Hoffnung, zur Piste 09 am City Airport zurückkehren zu können. Doch auf Höhe der Neckarauer Brücke wurde klar: Den Flughafen würden sie nicht mehr erreichen. Stattdessen suchte er im dicht bebauten Mannheimer Stadtgebiet nach einer Landeoption und entschied sich für das Feuerwehrfeld.
Die Diamond DA40 setzte kurze Zeit später auf dem Feld hart auf, rutschte 55 Meter über den Boden, prallte gegen eine Bordsteinkante und kam schließlich auf der angrenzenden Neckarauer Straße zum Stehen. Die drei Insassen konnten eigenständig das Flugzeug verlassen.
Eine Überwurfmutter am Kraftstoffschlauch des Motors war nicht fest
Untersuchungen der BFU zeigen, dass eine Überwurfmutter am Kraftstoffschlauch des Motors nicht ausreichend festgezogen war. Es fehlte eine Vierteldrehung bis zum korrekten Drehmoment. Der Fehler führte dazu, dass der Motor abgewürgt wurde. Laut den Ermittlern gab es keine Möglichkeit, den Motor wieder zu starten. Zudem loben die Beamten die fliegerische Leistung des noch jungen Piloten, der seine Privatpilotenlizenz erst 2025 absolvierte.
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