Jedes Flugzeug fliegt sich anders. Hier ein A320.

Airbus/Boeing: Was fliegt besser?

«Macht es für einen Piloten einen Unterschied, ob er mit einem Sidestick oder Steuerknüppel fliegt?», fragt Leser Thomas Egger. Ein Linienpilot antwortet.

Top-Jobs

AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

Flugzeug Mechaniker

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
AMX Support

LAGER MITARBEITER (m/w/d) – Luftfahrt

Oberpfaffenhofen / Flughafen München (EDMO)
AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugelektriker (a)

Vollzeit
Pilatus Flugzeugwerke AG
Flugzeughersteller
Feste Anstellung
Top jobs
Schweiz

/span>Ja, es macht einen Unterschied. Ein Beispiel aus der modernen Linienfliegerei zeigt das recht gut. Boeing-Piloten fliegen mit einem Steuerhorn. Airbus-Piloten fliegen mit einem Sidestick, also so etwas wie einem Joystick. Diese beiden Firmen vertreten verschiedene Ansichten darüber, wie ein Pilot das Flugzeug steuern soll.

Bei den modernen Passagierflugzeugen funktioniert die Steuerung bei Boeing wie auch bei Airbus hauptsächlich über «Fly-by-wire». Mein Input generiert also ein elektronisches Signal, welches via Computer und Hydraulik die Steuerfläche bewegt. Es gibt - fast - keine direkten mechanischen Verbindungen mehr. Dies spart Gewicht und erlaubt komplexe Unterstützungsarbeit der Computer: Dieser erlaubt nicht mehr alle Flugmanöver und soll so das Flugzeug vor Abstürzen schützen. Trotzdem gibt es grundlegende Differenzen.

Grundlegende Differenzen

Boeing: Ich denke, dass die allermeisten Piloten ihre ersten Flugstunden in einer kleinen Propellermaschine absolviert haben, welche mit einem Steuerhorn gesteuert wurde. Deshalb sind viele Piloten dem Steuerhorn gegenüber positiv gestimmt. Boeing gibt beiden Piloten ein Steuerhorn, welches sich stets synchron bewegt. Damit weiß der eine, was der andere macht. Man fühlt es und man sieht es. Ein Eingreifen ist sofort möglich.

Aber das synchrone Bewegen des Steuerhorns, welches Luftwiderstand und die Bewegung der Flächen widerspiegeln sollte, ist nur simuliert – es ist nicht wirklich mechanisch. Denn das elektronische Signal könnte auch ohne Steuerdruck und ohne synchrone Bewegung gesendet werden. Boeing wählt diesen künstlichen und aufwändigen Weg, weil es dem ursprünglichen Fliegen nahe kommt.

Nachteile kennen!

Airbus: Hier haben wir nur noch einen Sidestick. Der eine Pilot sieht nicht, was der andere Pilot macht. Denn der Stick ist jeweils auf der Fenster-Seite des Piloten «vesteckt». In der Schulung weiß also der Instruktor nicht wirklich, was genau sein Schüler mit dem Sidestick macht. Er sieht nur das Resultat davon. Und auch im Alltag kann dies teilweise ein Nachteil sein. Das Flugzeug wird durch kleine Inputs am Sidestick gesteuert. Aber man hat keinen künstlichen Steuerdruck. Man weiß nicht wirklich wie weit die Steuerflächen ausschlagen. Also gibt man einen Input und wartet ab, wie sich das Flugzeug verhält.

Ich würde behaupten, dass es nicht einfacher ist, den einen oder den anderen Typen zu fliegen. Es ist anders. Beides hat Vor- und Nachteile und es gibt noch unzählige weitere Unterschiede. Wichtig ist, dass man vor allem die Nachteile kennt und damit umzugehen weiß.

Was Sie schon immer übers Fliegen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Ein Pilot einer großen europäischen Fluglinie beantwortet exklusiv für aeroTELEGRAPH die Fragen der Leser. Er bleibt dabei anonym, um unabhängig antworten zu können.  Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an pilot@aerotelegraph.com.  Unter den eingesandten Fragen werden die spannendsten jeweils auf aeroTELEGRAPH beantwortet. Dabei wird der Name des Einsenders veröffentlicht. Ein Recht auf Beantwortung besteht nicht.

Mehr zum Thema

BelugaXL auf dem Landeanflug

Erleben Sie hautnah, wie Airbus in Hamburg Flugzeuge baut

ticker-sri-lankan

Airbus-Korruptionsaffäre in Sri Lanka: Gericht fordert Ermittlungsbericht

ticker-airbus-beluga

Airbus steigert Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr 2026 deutlich - Prognose bestätigt

Airbus A350-1000 im Flug: Die getreckte Version kommt nicht vor 2033.

Rolls-Royce dämpft Tempo-Erwartungen beim Airbus A350-2000

Video

vietnam airlines vn34 fuel dump
Eine falsche Beladung kann dazu führen, dass ein Flugzeug nicht rechtzeitig abheben kann. Der Ladesplan der Boeing 787 von Vietnam Airlines zeigt nun aber: Beim Vorfall am Flughafen München war dies nicht der Grund für das zu späte Abnehmen des Dreamliners.
Timo Nowack
Timo Nowack
Die stehen gebliebene Boeing 787 von Vietnam Airlines nach der Landung in München: Die Blackbox wird ausgewertet.
Die Boeing 787-9 von Vietnam Airlines hinterließ beim missglückten Start in München Spuren am Ende der Piste und setzte während der Rotation mit dem Heck auf. Das bestätigt nun die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung. Die Ermittelnden untersuchen neben technischen und menschlichen Faktoren auch mögliche organisatorische Einflüsse.
Timo Nowack
Timo Nowack
Zerstörter Flieger von Mahan Air: Insgesamt wurden im Krieg gemäß der Regierung in Teheran 100 zivile Flugzeuge getroffen.
Insgesamt sollen es rund 100 sein: Im Iran wurden laut Angaben des Landes weit mehr zivile Flugzeuge durch Angriffe der USA oder Israels zerstört oder beschädigt, als bisher bekannt war. Für das Land ist das ein riesiges Problem.
Timo Nowack
Timo Nowack