Sein Name war über Jahrzehnte untrennbar mit der Logistik verbunden. Doch Klaus-Michael Kühne hinterließ seine Spuren längst auch in anderen Teilen der Verkehrswirtschaft, und zuletzt ganz besonders in der Luftfahrt. Innerhalb weniger Jahre wurde der Unternehmer zum größten Einzelaktionär von Lufthansa. Nun ist Kühne im Alter von 89 Jahren in Schindellegi in der Schweiz gestorben.
Sein Engagement bei Lufthansa war noch vergleichsweise jung. Erst 2022 stieg die Kühne Holding bei dem Konzern ein. Danach baute sie ihre Position weiter aus, zuletzt im Mai dieses Jahres. Schließlich hielt die Holding von Klaus-Michael Kühne 20 Prozent der Lufthansa-Aktien, nachdem der Anteil zuvor bei 15,01 Prozent gelegen hatte. Damit war sie die größte Einzelaktionärin des Konzerns. Mit Karl Gernandt stellt die Holding zudem ein Mitglied im Aufsichtsrat.
Kühne fand deutliche Worte zu Lufthansa
Kühne war bekannt dafür, deutliche Worte zu finden, wenn ihm etwas nicht passte - auch, wenn es um Lufthansa ging. Die Strategie mit den vielen verschiedenen Marken bezeichnete er als irritierend. Zudem störte ihn, dass der Konzern aus seiner Sicht seinen Kundinnen und Kunden zu häufig nicht das lieferte, was er ihnen versprach, und zu viel auf Wet-Lease setzte.
Seine unternehmerische Karriere begann Kühne lange vor seinem Einstieg bei Lufthansa. 1958 trat er in das Familienunternehmen Kühne + Nagel ein, das sein Großvater 1890 mitgegründet hatte. 1966 übernahm er den Vorsitz des Vorstands der Kühne + Nagel Speditions-Aktiengesellschaft, ab 1975 leitete er Kühne + Nagel International. Von 1992 bis 2011 stand er dem Verwaltungsrat vor, anschließend war er dessen Ehrenpräsident. Über seine Holding hielt Kühne 53 Prozent an Kühne + Nagel und 30 Prozent an der Reederei Hapag-Lloyd. Hinzu kamen unter anderem Beteiligungen an Flix und Lufthansa.
Kühne Holding bleibt bei Lufthansa investiert
Kühne lebte seit Jahrzehnten in der Schweiz und hinterlässt seine Ehefrau Christine. Kinder hatte das Paar nicht. Einen Großteil seiner Besitztümer hatte er bereits vor Jahren in eine Stiftung eingebracht, die wiederum Inhaberin der Kühne Holding ist. Und damit bleibt auch die Beteiligung an Lufthansa bestehen, die Kühne erst wenige Monate vor seinem Tod noch einmal auf mehr als 20 Prozent ausgebaut hatte.