Webseite von Flybondi: 2017 will die Airline abheben.

FlybondiArgentinien soll eine Billigairline bekommen

Der Schweizer Unternehmer Julian Cook will mit Flybondi die erste Billigairline Argentiniens an den Start bringen. Besonders erfolgreich waren seine vorherigen Projekte nicht.

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«Heute reist nur einer von zehn Argentiniern per Flugzeug. In fünf Jahren wollen wir die Hälfte unseres Landes mit den Füßen in der Luft haben.» Dieses Ziel verkündet Flybondi auf ihrer Website. Dabei entsteht die argentinische Billigairline gerade erst.

Chef ist der schweizerisch-britische Doppelbürger Julian Cook. In der argentinischen Zeitung La Nacion kündigte er an, in den kommenden zwei Wochen eine offizielle Anhörung zu beantragen, um Routen genehmigt zu bekommen. Dann sollen auch Gespräche mit den Gewerkschaften beginnen. «Die Idee ist, die Firma im dritten Trimester 2017 startklar zu haben», so Cook.

Aeroparque meiden

Zur Auswahl stehen zwei Flugzeugmodelle: Airbus 320 mit 180 Plätzen und Boeing 737-800 mit 189 Plätzen. Ungewöhnlichere Wege geht Cook bei der Auswahl des Flughafens: Obwohl Flybondi Inlandsflüge anbieten will, möchte die Airline den dafür geeigneten Flughafen Aeroparque in der Hauptstadt Buenos Aires meiden. Sowohl, um Kosten zu sparen, als auch, um die Zeit zwischen Landung und erneutem Start bei nicht mehr als 30 Minuten zu halten. Das sei am Aeroparque nicht möglich, so Cook.

In der Region um die Hauptstadt herum soll es mögliche Alternativen geben, die bisher noch nicht für regelmäßige kommerzielle Flüge genutzt wurden, etwa in La Plata, rund 60 Kilometer südöstlich von Buenos Aires. Cook zeigte sich überzeugt, dass die Passagiere diese Strecke auf sich nehmen werden, wenn die Preise günstig sind. Als Flugziele erhofft sich Flybondi Iguazu, Cordoba, Mendoza, Bariloche, Salta, Neuquen, Tucuman, Ushuaia, El Calafate, Comodoro Rivadavia und Rio Gallegos Resistencia.

Sechs Maschinen zu Beginn

Chef Julian Cook hat Erfahrung mit der Neugründung von Airlines - aber nicht besonders gute. Mit seiner Fly Baboo erlitt er in der Schweiz Schiffbruch. Er konnte die Fluggesellschaft zwar verkaufen, später flog sie aber beinahe in die Pleite und wurde nur dank der Übernahme durch Darwin Airlines im Jahr 2010 nicht liquidiert.

Zuvor hatte er 2001 Newlines Airways lanciert. Die Fluggesellschaft sollte als Nur-Business-Anbieter Geschäftsleute mit einer Boeing B757 luxuriös von London nach New York fliegen. Das Projekt hob aber nie ab. Auch Cooks Plan, mit einer Billigairline namens Fly A Flüge zwischen Europa und den USA anzubieten, scheiterte.

Was der Name bedeutet

Laut La Nacion war Cook zuletzt beim Flugzeugleasing-Unternehmen GE Capital Aviation Services tätig, bevor er nach Argentinien kam. Für Flybondi hat er sich mit dem argentinischen Geschäftsmann Gaston Parisier zusammengeschlossen. Unter den Investoren sollen sich unter anderem Ex-Air-Canada-Chef Montie Brewer und Ryanair-Aufsichtsratsmitglied Michael Cawley befinden. Zusammen mit anderen sollen sie ermöglichen, dass Flybondi mit 75 Millionen Dollar Kapital und sechs Flugzeugen startet. In Kürze soll eine Finanzierungsrunde abgeschlossen sein.

In den ersten fünf Jahren wollen Cook und Co. die Flotte auf 25 Maschinen ausbauen und 1500 Angestellte beschäftigen. Dann sollen die Argentinier Flybondi offenbar so selbstverständlich nutzen, wie einen Linienbus - denn das verbirgt sich hinter dem Namen: das argentinische Wort Bondi, das für den günstigen öffentlichen Nahverkehr steht.

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