Boeing 737 von Ryanair: Wird teurer.

Strafzölle der USAWarum Boeing und Ryanair zu großen Opfern der Trump-Zölle werden könnten

Die Vereinigten Staaten weiten ihren Handelskrieg immer mehr aus. Welche Luftfahrtunternehmen werden von den nun angekündigten Starfzöllen besonders betroffen sein?

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Liberation Day taufte Donald Trump den 2. April 2025, Tag der Befreiung. Das dürften aber nicht alle so sehen. Denn der Präsident der Vereinigten Staaten isoliert mit seiner protektionistischen Wirtschaftspolitik sein Land zunehmend vom Rest der Welt. Nun kündigte er für Importe aus der ganzen Welt Zölle von zehn Prozent an.

Das ist aber nur ein Mindestwert. Für einzelne Länder oder Staatenverbunde wie die EU fallen die Zolle höher aus. So sind es für China zum Beispiel 34 Prozent, für die EU 20 Prozent. Schon vorher hatte die Regierung der Vereinigten Staaten Zölle für den Import bestimmter Güter - etwa Aluminium und Stahl - verkündet. Das sind wichtige Komponenten im Flugzeugbau.

Internationale Lieferketten bei Airbus und Boeing

Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission, erklärte, man sei bereit, auf die Zölle der USA zu reagieren. «Wir sind bereits dabei, ein erstes Paket von Gegenmaßnahmen als Reaktion auf die Stahlzölle fertigzustellen», so die Politikerin in einer Rede. «Und wir bereiten uns jetzt auf weitere Gegenmaßnahmen vor, um unsere Interessen und unsere Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern.»

Dass der Handelskrieg die Luftfahrtindustrie treffen wird, steht außer Frage. Nicht nur, was den Verkauf von Flugzeugen in die oder aus den USA angeht. Die Branche ist enorm von internationalen Lieferungen abhängig.

Viele Teile aus China für Boeing

Flugzeuge von Boeing und Airbus bestehen aus Teilen, die aus aller Welt in die Fabriken geliefert werden. Allein chinesische Firmen liefern Stabilisatoren, die Turbulenzen reduzieren, Tragflächen- und Rumpfkomponenten und verschiedene Steuerungselemente. Auch aus Kanada und Mexiko kommen viele Teile, mit denen Boeing arbeitet.

Auch Airbus bezieht Teile aus aller Welt. So kommen die Tragflächen des Airbus A320 Neo etwas aus Wales, die Avionik aus den USA, Rumpfkomponenten aus Frankreich - China spielt selbstverständlich auch eine Rolle. Mit Pratt & Whitney sitzt zudem ein wichtiger Triebwerksbauer in den USA.

Chinesischer Markt schwieriger zu bedienen

Dennoch ist es gut möglich, dass der amerikanische Flugzeugbauer das größere Opfer der Zölle wird. Ein Grund ist, dass Airbus durch eine eigene Endmontage in den USA zumindest teilweise vor diesem Szenario geschützt ist. Boeing hat keine Fertigungsstätten in anderen Ländern - und das könnte angesichts hoher gegenseitiger Zölle enorm wichtig sein.

Zudem könnten gerade die Zölle gegen China - und die entsprechende Reaktion der Volksrepublik - große Auswirkungen haben. Denn der dortige Markt ist riesig und als Absatzmarkt für die Flugzeugbauer wichtig. Gut möglich, dass sich chinesische Airlines - vor allem die großen, die sich in staatlicher Hand befinden - künftig für Flugzeuge des heimischen Bauers Comac und für solche von Airbus entscheiden.

500 Millionen Zoll für Ryanair?

Wegen des Imports vieler verschiedener Teile für die Produktion der Flugzeuge wird diese zudem wohl teurer. Und das heißt, dass die Margen bei Boeing sinken. Denn verlangt man höhere Preise, könnte es ebenfalls bedeuten, dass sich Kunden für die Konkurrenz entscheiden. Airbus-Chef Guillaume Faury hatte sich bereits im Februar entspannt gezeigt und erklärt, man werde im Zweifel halt mehr Flugzeuge in andere Länder verkaufen.

Auch Airlines dürften von den höheren Zöllen in Teilen betroffen sein. Ein Luftfahrtökonom erklärte kürzlich gegenüber dem Portal Politico, für wen es besonders problematisch werden könnte. «Es ist klar, dass das prominenteste Opfer in Europa Ryanair sein wird, das in den kommenden Monaten und im nächsten Jahr etwa 30 zusätzliche Boeing 737 Max erhalten wird», so Wouter Dewulf von der Universität Antwerpen. Er schätzt, dass die Fluggesellschaft mit Einfuhrgebühren in Höhe von etwa 500 Millionen Euro rechnen muss. Eine Stellungnahme von der Billigairline zu der Frage steht noch aus.

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