Eine Antonov An-22 landet in einem Feld: Ein Wunderwerk.

Absturz in RusslandNun ist die Antonov An-22 definitiv eine aussterbende Spezies

Sie ist benannt nach einem griechischen Riesen, ihre Bedeutung wird aber immer kleiner. Nach dem Absturz in Russland bleiben nur noch wenige Antonov An-22 übrig. Ein Rückblick auf einen Koloss, der 80 Tonnen durch die Luft wuchtete.

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Sie sind eine ausserbende Spezies: Antonov An-22 gibt es weltweit kaum mehr. Die letzten flugfähigen Exemplare lassen sich nun an einer Hand abzählen. Und alle gehören sie der russischen Armee. Eigentlich wollten die Streitkäfte der Russischen Föderation die viermotorigen Turbopropflugzeuge stillegen. Zuletzt flogen sie dann aber doch ab und an noch Einsätze.

Am Dienstag (9. Dezember) war eine davon auch wieder in der Luft. Die Antonov An-22 der Transporteinheit Voyennaya Transportnaya Aviatsiya stürzte aber in der Nähe von Ivanovo rund 250 Kilometer nordöstlich von Moskau ab. Sie befand sich auf einem Überprüfungsflug nach Wartungsarbeiten. An Bord des Flugzeuges mit dem Kennzeichen RF-08832 befanden sich sieben Crewmitglieder, keines von ihnen überlebte.

Letzte zivile Antonov An-22 schwer beschädigt

Es ist der zweite Verllust einer An-22 innerhalb weniger Jahre. Antonov Airlines betrieb bis zum Angriff Russlands auf die Ukraine das letzte zivile Exemplar. Doch bei den Gefechten am Flughafen Hostomel bei Kyiv im April 2022 wurde der Flieger mit dem Kennzeichen UR-0930 schwer getroffen. Es ist fraglich, ob er je wieder abheben wird.

Nach dem jüngsten Absturz gibt es noch drei flugfähige Exemplare, zwei weitere sind seit Längerem geparkt - Zustand unbekannt. Damit verschwindet langsam aber sicher ein technisches Wunderwerk.

1965 flog die Antonov An-22 zum ersten Mal

In den 1950er-Jahren verlangte die Sowjetarmee nach einem Transporter, der schwerste Lasten schnell über weite Strecken bewegen konnte. Antonov nahm die Herausforderung an und entwickelte zunächst das Projekt An-20, daraus wurde später das Modell 100. Als 1964 schließlich der Prototyp enthüllt wurde, trug der riesige Frachter bereits den Namen, unter dem er berühmt werden sollte: An-22.

Nur wenige Monate später, am 27. Februar 1965, stieg der Koloss zum ersten Mal in die Luft. Fast 58 Meter Länge, 12,5 Meter Höhe und eine Spannweite von 64,4 Metern machten schon am Boden Eindruck. Die vier gegenläufigen Vierblattpropeller und das Doppelleitwerk ließen keinen Zweifel daran, dass hier ein ungewöhnliches Flugzeug geschaffen worden war.

Wie ein griechischer Riese

Die enorme Nutzlast von 80 Tonnen brachte der Antonov An-22 den Beinamen Antei ein – die russische Bezeichnung des griechischen Riesen Antaios. Beladen wurde sie über eine große Heckklappe. Trotz ihrer Rekorde – bis heute ist sie das größte Turbopropflugzeug der Welt – blieb ihr der Markterfolg verwehrt. Nur 67 Einheiten entstanden, viele davon wurden später verschrottet oder gingen verloren.

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