Ein Epishuttle wird in einen Ambulanzflieger verladen: Die Isolier-Liege schützt Besatzungen vor Ansteckungen.

EpishuttleDer Schneewittchen-Sarg, der Leben rettet

Eine besondere Liege erlaubt den sicheren Transport von Corona-Infizierten in Luftfahrzeugen. Der norwegische Hersteller Epiguard erlebt einen Nachfrage-Boom.

Top-Jobs

Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Erkrankte und verletzte Personen werden täglich an Bord von Flugzeugen transportiert. Patientenverlegungen mit speziell umgerüsteten Fliegern gehören zum Angebot vieler Businessjet-Anbieter. Doch auch wenn solche Krankenflüge Routine sind - vergangenen Sommer schrieb ein Ambulanzflugzeug Schlagzeilen.

In einer Challenger 604 der Nürnberger FAI Aviation Group erreichte am 21. August Alexander Navalny den Flughafen Berlin-Tegel. Der russische Oppositionspolitiker und Kreml-Kritiker wurde in der Berliner Universitätsklinik Charité behandelt, nachdem er in Russland mit dem hochgiftigen Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet worden war. Besondere Aufmerksamkeit bei Navalnys Rettungsflug bekam auch seine besondere Isolationsliege, die sich in diesem Jahr auch in der Coronakrise bewährt.

Schutz für Crews

Etwas erinnert der sogenannte Epishuttle an Schneewittchens gläsernen Sarg. Doch die Transportbox ist kein Märchengebilde, sondern ein Hightech-Produkt. Luftdicht abgekapselt von einer transparenten Abdeckung, können Patienten wie in einer Isolierstation transportiert werden. Besatzungen von Ambulanzflugzeugen und -Hubschraubern werden dabei vor Infektionen geschützt.

Durch kreisrunde und luftdichte Öffnungen kann medizinisches Personal im Epishuttle Patienten während des Transports versorgen und überwachen. Ebenso ist ein Anschluss eines Intensivbeatmungsgerätes möglich. In der Corona-Krise sind die Produkte stark gefragt.

Nachfrage-Explosion wegen Corona

«Bereits Ende März hatte Epiguard einen mehr als 20-fachen Anstieg der Bestellungen aus der ganzen Welt verzeichnet», sagt eine Sprecherin des Herstellers gegenüber aeroTELEGRAPH. Mehr als 60 Exemplare der Liegen wurden bisher an Betreiber von Ambulanzfliegern und -Hubschraubern auf der ganzen Welt ausgeliefert.

In Deutschland betreiben die FAI Aviation Group und Air Alliance die Liegen, sowie auch die Deutsche Rettungsflugwacht DRF. Von März bis Ende Oktober hat FAI mehr als 70 Corona-Patienten aus über 50 Ländern evakuiert. Ein Vorteil der Liegen ist auch, dass Luftfahrzeuge nach dem Transport von infektiösen Patienten schneller gereinigt werden können. Schwer Erkrankten spart es überlebenswichtige Zeit, wenn sie früher zu Intensivstationen mit freien Kapazitäten geflogen werden können.

«Jede Minute entscheidet»

Etwa 40.000 Euro kostet ein Epishuttle. Für die Betreiber eine sinnvolle Investition. «In Zeiten, in denen einmal mehr jede Minute entscheidet, möchten wir alles Mögliche tun, um für die Menschen und deren Leben da sein zu können» erklärt Krystian Pracz, Vorstandsvorsitzender der DRF.

Sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie Aufnahmen des Epishuttle.

Mehr zum Thema

Beladung eines Frachters von Turkish Cargo mit Impfstoff: Gigantische logistische Herausforderung für die Branche.

Corona-Impfung ist Hoffnung und Herausforderung

Flugkabine in Corona-Zeiten: Maske ist obligatorisch.

Corona im Flugzeug: Infektion trotz Test und Hygienemaßnahmen

Premium-Sitz in der Pure-Skies-Kabine: So wenig Berührungen wie möglich.

Sieht so die Flugzeugkabine nach Corona aus?

Österreich testet Abwasser von Flügen aus China

Österreich testet Abwasser von Flügen aus China

Video

santa monica douglas dc 3 monument
Er ist mehr als 100 Jahre alt, doch Ende 2028 wird er schließen. Der Flughafen Santa Monica in Kalifornien war zwar nie ein großer Verkehrsflughafen, aber dennoch historisch bedeutsam.
Timo Nowack
Timo Nowack
wrack bombardier crj 900 ntsb
Die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat neues Videomaterial zum Zusammenstoß einer Bombardier CRJ 900 von Air Canada mit einem Feuerwehrauto am New Yorker Flughafen LaGuardia veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen, wie heftig die Kollision war.
Timo Nowack
Timo Nowack
michael rousseau air canada
Nach dem tödlichen Unglück einer Bombardier CRJ 900 am New Yorker Flughafen La Guardia brachte der Chef von Air Canada sein Mitgefühl zum Ausdruck - allerdings nur auf Englisch. Nun kommt von hochrangiger Stelle eine Rücktrittsforderung - auch, weil es nicht der erste sprachliche Fauxpas ist.
Timo Nowack
Timo Nowack