Was mit dem Besitzer des verwahrlosten, weißen Renaults passiert ist, weiss niemand: Der Flughafen Frankfurt Hahn versteigerte dieses und 12 weitere Autos, die hinterlassen wurden.

Fundstücke am FlughafenWenn Autos vergessen werden

Manche Passagiere fahren zwar mit ihrem Auto zum Flughafen. Sie holen es aber nie mehr ab. Die Airports gehen unterschiedlich mit den ungewöhnlichen Fundstücken um.

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Mit etwas Phantasie kann man den 13 Fahrzeugen, die am Flughafen Frankfurt Hahn versteigert wurden, die abenteuerlichsten Geschichten andichten. Sie alle wurden von ihren Besitzern am Airport stehengelassen. Die meisten von ihnen sind rechts gesteuert und stammen aus dem Ausland.

Da ist zum Beispiel der schnittige, silberne 3er BMW – gehörte der etwa einem Kriminellen, der sich ins Ausland absetzen musste? Oder hat sich der Besitzer des kleinen, verwahrlosten Renault Clio den Traum vom One-Way-Ticket auf eine einsame Insel erfüllt? Die Geschichten der Fahrzeuge werden wohl nie geklärt, dafür aber ihre Zukunft. «Wo die Fahrzeuge herkommen, können wir nicht mehr ermitteln.» so eine Flughafensprecherin.

«Halter werden europaweit gesucht»

Der Flughafen Frankfurt Hahn ist der erste, der zurückgelassene Fahrzeuge nicht verschrottet, sondern versteigert. Die Auktion brachte immerhin 4000 Euro ein. Das ist gut drei Mal soviel, wie eine Verschrottung bringen würde. Rund 150 Besucher erschienen und 30 Ersatzteilverwerter und Liebhaber boten um die Autos. Das Mindestgebot lag bei 100 Euro. Der schnittige 3-er BMW erzielte mit 850 Euro das Höchstgebot.

Bevor die Wagen verkauft werden, würden sie europaweit ausgeschrieben, Melden sich die Halter nicht innerhalb der vorgeschriebenen, sechsmonatigen Frist, gehen sie zur Auktion. Bei verloren gegangenen Koffern seien Versteigerungen eine gängige Praxis. So kamen die Mitarbeiter der Parkplatzverwaltung auf die Idee zur Auto-Auktion.

Für andere Flughäfen sind Versteigerungen keine Alternative

Auch an den Flughäfen Zürich kommt es vor, dass Autos nicht abgeholt werden. Ein Sprecher zu aeroTELEGRAPH: «In den letzten zwei Jahren mussten wir 18 Fahrzeuge entsorgen. Wenn Autos länger als zwei Monate bei uns stehen bleiben, löst die Parkplatzaufsicht eine Überprüfung bei der Kantonspolizei Zürich aus. Die sucht dann den Halter und überprüft, ob das Fahrzeug ausgeschrieben ist. Bei ausländischen Fahrzeugen wird auch international gesucht.»

Nach einer weiteren Ausschreibung im Amtsblatt der Flughafen-Stadt Kloten würden die meist fahruntüchtigen Autos verschrottet, so der Sprecher weiter. Anders sieht es am Flughafen München aus. Dort stehen zum Zeitpunkt der Anfrage 13 vergessene Autos. «Nach der gesetzlichen Frist werden die Autos nicht versteigert oder verschrottet, sondern verkauft», so ein Sprecher. Sie gingen an Schrotthändler oder anderweitig Interessierte.

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