Was lange blockiert war, soll nun doch Realität werden: Der Flughafen Lelystad wird für den kommerziellen Passagierverkehr geöffnet. Darauf haben sich die sozial-liberale Partei D66, die wirtschaftsliberale VVD und die christdemokratische CDA in ihrem Koalitionsvertrag für die neue niederländische Regierung geeinigt. Vorgesehen sind zunächst bis zu 10.000 Flugbewegungen pro Jahr, vor allem für Ferienflüge. Voraussetzung ist allerdings, dass alle rechtlichen Hürden genommen werden, allen voran eine gültige Natur- und Umweltgenehmigung.
Politisch ist der Schritt bemerkenswert. Während die VVD kommerzielle Flüge in Lelystad stets befürwortet hatte, vollzieht D66 eine Kehrtwende. Noch im Wahlkampf hatte die Partei eine Öffnung für den Ferienverkehr ausgeschlossen. Auch die CDA hatte sich lange kritisch gezeigt, knüpft ihre Zustimmung aber an klare Bedingungen: leisere und sauberere Flugzeuge sowie eine Lösung für umstrittene Tiefflugrouten.
Lelystad liegt 65 Kilometer von Amsterdam-Schiphol entfernt
In der Luftfahrtbranche wird die Entscheidung überwiegend begrüßt. Der Flughafen Lelystad liegt rund 65 Kilometer nordöstlich von Amsterdam-Schiphol und gilt seit Jahren als möglicher Entlastungsflughafen für das chronisch überlastete Drehkreuz. Der Branchenverband ACI Europe spricht von einem «notwendigen und strategischen Schritt», um Konnektivität und Wettbewerbsfähigkeit der Niederlande zu sichern.
Vor Ort ist man auf den Start vorbereitet. Der Flughafen Lelystad wird von der Royal Schiphol Group betrieben, die auch für Schiphol verantwortlich ist. Ein Passagierterminal mit rund 12.000 Quadratmetern Fläche befindet sich im Bau, die Start- und Landebahn wurde bereits auf 3300 Meter verlängert.
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