De Havilland Canada Dash 8 in Luxemburg: Zwei Vorfälle von Privatflugzeugen sorgen für Diskussionen.

Nach Sperrungen nach ZwischenfällenSoll die Privatfliegerei vom Flughafen Luxemburg verschwinden?

Eine missglückte Landung einer Antonov An-2 legte Betrieb stundenlang lahm. Nun fordert Luxair Konsequenzen – und selbst der Flughafenchef sieht langfristig keinen Platz mehr am Flughafen Luxemburg für die Privat- und Sportfliegerei.

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Es war eine verpatzte Landung mit Folgen. Als die private Antonov An-2 eines lokalen Aero-Clubs auf der Piste des Flughafens Luxemburg-Findel aufsetzte, wurde sie von Seitenwind erfasst und berührte mit der Tragfläche den Boden. Dadurch kam es zu einer 180-Grad-Drehung des historischen Flugzeuges. Es nahm an Rumpf, Flügel und Fahrwerk Schaden, keiner der zwölf Insassen wurde aber verletzt.

Die Folgen für andere waren indes riesig. Heimatairline Luxair musste 44 Flüge annullieren oder umleiten. Die Bergung der An-2 führte dazu, dass der Betrieb faktisch zum Erliegen kam, da der Flughafen Luxemburg nur eine Start- und Landebahn besitzt. Bereits im vergangenen November war es nach einer Landung einer Diamond DA42 ohne Fahrwerk zu einem stundenlangen Start- und Landungsstopp gekommen.

«In langfristigen Plänen nicht mehr vorgesehen»

Nun fordert Luxair Maßnahmen, dass sich solche Vorfälle nicht mehr wiederholen. Der An-2-Zwischenfall habe insgesamt zu 50-Stunden-Verspätung geführt und Kosten von 200.000 Euro verursacht, so die Nationalairline des Großherzogtums gegenüber der Zeitung Luxemburger Wort. Das Nebeneinander von kommerziellem Verkehr und privater Luftfahrt an einem stark ausgelasteten Flughafen wie Luxemburg-Findel stelle eine Herausforderung dar, so Luxair.

Deutlicher wird Flughafenchef Alexander Flassak. Die Privatfliegerei habe habe eine große Tradition und müsse «natürlich erhalten» bleiben, sagte er gegenüber dem TV-Sender RTL Lëtzebuerg. «In den langfristigen Plänen ist sie jedoch in Findel nicht mehr vorgesehen, da die Koexistenz immer schwieriger wird». Er hofft, dass die Sportpilotinnen - und -piloten einen anderen Standort in Luxemburg finden werden.

Verband wehrt sich gegen Verbannung aus Luxemburg

Bei der Diskussion gehr es nicht darum, die gewerbliche Luftfahrt gegen die allgemeine Luftfahrt auszuspielen, sondern darum, ein «ausgewogenes und kohärentes Luftfahrt-Ökosystem aufrechtzuerhalten», sagt dagegen die Fédération Aéronautique Luxembourgeoise. Die Privat- und Sportfliegerei leiste «einen wesentlichen Beitrag zur Pilotenausbildung in Luxemburg. Sie trägt zur Erhaltung von Fachkompetenzen bei und ist daher ein wichtiger Bestandteil des luxemburgischen Luftfahrtsektors» so der Verband.

Die gleiche Ausgangslage gibt es auch am Flughafen Basel/Mulhouse/Freiburg. Der Euro Airport schließt Ende 2026 nach 58 Jahren die Zone Nord für die Leicht- und Freizeitfliegerei. Grund sind Platzmangel, der geplante Terminalausbau und die Konzentration auf den kommerziellen Luftverkehr. Betroffen sind Flugschule, Motorfluggruppe und Privatflugzeuge. Die Business Aviation bleibt, da sie an einem anderen Standort abgefertigt wird.

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