Touristinnen und Touristen an einem europäischen Strand: Sorgen für einen Sommerboom bei Flugreisen.

Finanzielle ProblemeKommt es zur Pleitewelle unter Europas kleinsten Flughäfen?

Die kleinsten europäischen Flughäfen litten unter der Neuordnung des Luftverkehrs nach der Pandemie. Sie steckten in einer finanziellen Krise, so der Branchenverband ACI Europe.

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Der Sommer ist so etwas wie die Party für europäische Airlines. Ihre Flugzeuge sind voll, das Personal beschäftigt und die Einnahmen sprudeln. Doch auf jedes noch so gute Fest folgt einmal der Kater. In der europäischen Luftfahrt ist dies der Winter. Die Nachfrage ist da deutlich geringer und die Airlines müssen schauen, wie sie ihre Flugzeuge auslasten und ihre Mitarbeitenden beschäftigen können.

Unter diesem Saisonalitätseffekt leiden aber nicht nur Fluggesellschaften, sondern auch Flughäfen, die vor allem auf Urlaubsgeschäft ausgerichtet sind. «Während es einigen Regionalflughäfen gelungen ist, ihre Hochsaison zu verlängern, haben andere Schwierigkeiten, das Verkehrsaufkommen außerhalb der Spitzenzeiten zu steigern und das Ungleichgewicht der Nachfrage über das Jahr hinweg zu verringern», erklärt der europäische Flughafenverband ACI Europe. Und dies sei gerade jetzt besonders heikel.

Immer schwieriger, kostendeckend zu arbeiten

Flughäfen in Europa mit weniger als einer Million Passagieren pro Jahr litten bereits stark unter der Neuordnung der Luftfahrtbranche nach der Pandemie. Sie hätten Mühe, sowohl Verkehr von Billigairlines als auch Netzwerkairlines zurückzubekommen, der während der Corona-Krise verloren gegangen worden sei. Denn die Fluglinien legen die Prioritäten aktuell auf die Ziele, die am meisten Einnahmen versprechen. Hinzu komme, dass die kleinen Flughäfen besonders unter dem zunehmenden Wegfall der Inlandsstrecken litten, so ACI Europe weiter.

«Und es ist klar, dass die laufenden Konsolidierungen der Fluggesellschaften die Dinge nicht einfacher machen werden», so ACI-Europe-Präsident Morgan Foulkes. Die kleinen Flughäfen stünden «in noch nie dagewesener Weise unter Druck». Durch die neuen Marktgegebenheiten werde es für sie immer schwieriger, kostendeckend zu arbeiten. «Ganz zu schweigen von der Finanzierung von Investitionen in die Dekarbonisierung, Digitalisierung und Modernisierung der Infrastruktur», so Foulkes.

Dekarbonisierung als Herausforderung

Die finanzielle Krise vieler europäischer Regionalflughäfen sei «unübersehbar», so ACI Europe. Dieses Problem müsse «vorausschauend und ganzheitlich» angegangen werden. Und besonders wichtig sei eine Betrachtung «unter Berücksichtigung der Auswirkungen der EU-Klimagesetzgebung nicht nur auf Flughäfen, sondern auch auf die Konnektivität, die sie ermöglichen, und die wesentliche Rolle, die die Konnektivität für den Zusammenhalt und die territoriale Gleichheit spielt». Foulkes: «Das bedeutet, dass wir den Luftverkehr so dekarbonisieren müssen, dass die einzigartigen wirtschaftlichen und sozialen Vorteile der Luftverkehrsverbindungen in den Regionen gewahrt bleiben.»

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