Letzte Aktualisierung: um 10:45 Uhr

Fit for 55: Gewerkschaften schlagen sich auf Lufthansas Seite

Gewerkschaften unterstützen die Kritik von Lufthansa und den Flughäfen München und Frankfurt am EU-Klimaplan «Fit for 55».

«Wenn die Kommission sehenden Auges die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Airlines weiter schwächt, führt dies zu Arbeitsplatzverlusten in der EU», sagt Stefan Herth, Präsident der Vereinigung Cockpit. «Profiteure werden Staaten wie die Türkei, Katar und die Arabischen Emirate sein. Mittel- und langfristig führt das zu einer Abhängigkeit der Europäerinnen und Europäer von ausländischen Anbietern. Welche Risiken eine übermäßige Abhängigkeit bedeutet, sehen wir derzeit im Energiesektor.» Ziel der Politik in Brüssel und Berlin müsse daher sein, Sorge dafür zu tragen, dass die außereuropäische Konkurrenz Regeln nicht umgehen könne.

Joachim Vázquez Bürger, Vorstand bei der Kabinengewerkschaft Ufo sagt: «Die vorliegenden Maßnahmen aus dem Fit-for-55-Paket führen in ihrer aktuellen Ausgestaltung zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung für den europäischen Luftverkehr zum Vorteil der Konkurrenten außerhalb der EU. In der Folge würde das eine Verlagerung von Verkehrsströmen und in letzter Konsequenz eine direkte Bedrohung von deutschen und europäischen Arbeitsplätzen nach sich ziehen.»

Auch die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert Nachbesserungen bei «Fit for 55». «Das Klimapaket der EU-Kommission ist ehrgeizig und notwendig, um die selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen. Im Bereich des Luftverkehrs bedarf es allerdings Nachbesserungen und Augenmaß, da andernfalls durch einseitige Kostensteigerungen für europäische Netzwerk-Airlines und europäische Hubs Arbeitsplatzverluste, eine Mehrbelastung der Umwelt und eine Verlagerung von CO2-Emissionen drohen», sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle.