Letzte Aktualisierung: um 21:40 Uhr

Lufthansa, Frankfurt und München fordern Korrekturen an EU-Klimaplan

Lufthansa, der Flughafen München und der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport fordern Korrekturen am EU-Klimaschutzprogramm «Fit for 55». Sie appellieren an Parlament und Rat, die Vorschläge der EU-Kommission nachzubessern und «eine Regulierung auf den Weg zu bringen, die wirksamen Klimaschutz vorantreibt und dabei die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hubs und Airlines sichert», heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Entscheidend sei eine Gleichbehandlung zwischen Airlines und Flughäfen innerhalb der EU und ihren Wettbewerbern außerhalb der EU, heißt es. Diese Balance fehle bisher, die vorgeschlagenen Klimaschutzvorgaben seien für Fluggesellschaften und Drehkreuze in der EU deutlich schärfer als für nicht-europäische Wettbewerber.

«Ja, wir brauchen mehr Anstrengung und Tempo beim Klimaschutz. Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie ambitionierter Klimapolitik», sagte Fraport-Chef Stefan Schulte bei einer Pressekonferenz in Frankfurt. «Wir wollen aber die Gefahr von Carbon Leakage und Wettbewerbsverzerrungen vermeiden – also wirksame Maßnahmen für das Klima erreichen und Konnektivität und Beschäftigung in Europa erhalten.»

Lufthansa-Chef Carsten Spohr sagte: «Es kann nicht im Interesse Europas und der EU sein, mit Fit for 55 die europäische Luftfahrt zu benachteiligen und im internationalen Wettbewerb zu schwächen. Der CO2-Ausstoß des Luftverkehrs würde sich mit den jetzt vorgesehenen Maßnahmen verlagern und nicht reduzieren. Dabei würde Europa verkehrspolitisch stärker von Drittstaaten abhängig.»

Flughafen-München-Chef forderte: «Wir brauchen eine faire und effektive Klimapolitik, die die europäischen Luftverkehrsunternehmen nicht schlechter stellt als ihre Wettbewerber. Eine Kerosinsteuer spart als reine Abgabe kein Gramm CO2, aber der Emissionshandel und die SAF-Quote sind – richtig umgesetzt – wirksame Instrumente für die angestrebte Dekarbonisierung des Luftverkehrs.»

Im Klimaschutzprogramm «Fit for 55» schlägt die Europäische Kommission drei Instrumente für den Luftverkehr vor: die Einführung einer Kerosinsteuer, eine Verschärfung des Emissionshandels (ETS) sowie die Einführung einer ansteigenden Quote für nachhaltige Kraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels SAF).