Mount Wilson: Die Boeing 777-300 von Eva Air flog knapp daran vorbei.

Vorfall mit Boeing 777 von Eva AirLotse in Los Angeles verwechselt rechts und links

Eine Boeing 777 von Eva Air kollidierte nach dem Start in Los Angeles fast mit einem Berg. Schuld waren verwirrende Anweisungen des Fluglotsen.

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Luftfahrt

Flug BR015 von Eva Air führte von Los Angeles nach Taipeh. Die Boeing 777-300 ER erreichte nach etwas mehr als 13 Stunden die Hauptstadt Taiwans unversehrt. Für einen kurzen Moment wurde es für Passagiere und Besatzung jedoch brenzlig. Kurz nach dem Start in der kalifornischen Metropole flog ihr Flieger nämlich gefährlich nah an einem Berg vorbei.

Dass es soweit kam, lag daran, dass der zuständige Fluglotse das Flugzeug versehentlich in eine falsche Richtung abdrehen ließ. Der Schlussbericht der amerikanischen Untersuchungsbehörde National Transportation Safety Board NTSB liefert nun Details zum Vorfall, der sich im Dezember 2016 ereignet hatte. Der Start in erfolgt an jenem Tag von der Startbahn 07R des Los Angeles International Airport in Richtung Osten. Ungefähr fünf Minuten nach dem Abheben kam von der Flugsicherung der Befehl, in Richtung Süden abzudrehen.

Mehrere Richtungswechsel

Die Boeing 777 sollte den gewünschten Kurs jedoch nicht auf direktem Wege über eine Rechtskurve einschlagen. Auf Wunsch des Lotsen sollte das Flugzeug in einem Dreiviertel-Kreis über Norden und dann Westen nach Süden abdrehen. Trotz des Umwegs ist dies kein ungewöhnliches Manöver. Als das Flugzeug bereits das erste Viertel der Kurve hinter sich hatte, kam der Befehl des Flugsicherung-Mitarbeiters, nun doch nach rechts abzudrehen. So sollte sie genug Abstand zu einer Boeing 787 gewinnen, die sich in der Nähe befand.

Nachdem sich die andere Maschine entfernt hatte, entschied sich der Fluglotse erneut für einen Richtungswechsel. «Eva Air 015, drehen sie nach links, Linkskurve mit Kurs nach ähmmm, Zwei Neun ähmmm, Korrektur, 270», funkte der Lotse. Die Crew der Boeing 777 gehorchte dem Hin und Her und schlug wieder eine Linkskurve ein. Dass der Fluglotse sich vertan hatte und eigentlich eine Rechtskurve meinte, merkte er selbst schnell.

«Was macht ihr da?»

«Was macht ihr? Dreht südwärts jetzt! Südwärts jetzt! Steigflug beenden». Durch den falschen Richtungswechsel näherte sich die Maschine nämlich gefährlich dem Mount Wilson, der rund 45 Kilometer nordöstlich des Flughafens Los Angeles liegt und 1741 Meter in die Höhe ragt. Ein weiteres Mal drehten die Eva Air-Piloten ihre Maschine und bewegten sie in einen sicheren Bereich.

Laut den Ermittlern war es knapp. Radardaten zeigen, dass zwischen dem Flugzeug und der Spitze des Mount Wilson nur ein Abstand von nur noch rund 600 Meter blieb. Dabei befand sich das Flugzeug auf einer Höhe von ungefähr 1890 Meter und wurde vom 290 Meter hohen Funkmast auf der Spitze des Berges überragt.

Funkmast überragte die 777

Nach Sicht der NTSB lag der Grund für den Beinahe-Zusammenstoß an der falschen Anweisung des Lotsen. Dieser soll zudem Vorschriften falsche angewandt haben, die schnell einen sicheren Zustand der Boeing wiederhergestellt hätten. Der Crew der Eva Air-Maschine weisen die Ermittler kein Fehlverhalten zu. Die Piloten sagten in späteren Befragungen aus, durch die wechselnden Anweisungen verwirrt gewesen zu sein.

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