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Finanzspritze

Etihad will Jet Airways aus der Patsche helfen

Die Golfairline möchte ihre angeschlagene indische Beteiligung retten. Dafür lässt sie ihr zunächst 35 Millionen Dollar zukommen - über einen Umweg.

Jet Airways

Flugzeug von Jet Airways: Die Fluglinie braucht frisches Kapital.

Mit ihren Beteiligungen Air Berlin und Alitalia bewies Etihad Airways kein glückliches Händchen. Nun steckt eine weitere Fluggesellschaft, an der Etihad 24 Prozent hält, in Schwierigkeiten: die indische Jet Airways. Schon Anfang August sah sie sich gezwungen, Pleite-Gerüchte zu dementieren. Drei Wochen später verkündete die Fluglinie dann, sich mit Sparmaßnahmen, Beteiligungsverkäufen und frischem Kapital retten zu wollen.

Nun kündigt Etihad an, Jet Airways unter die Arme zu greifen. Man habe einen Plan zur finanziellen Restrukturierung und Hilfe aufgestellt, so eine Etihad-Sprecherin laut mehreren indischen Medien. «Dieser Plan beinhaltet eine Vorauszahlung von 35 Millionen Dollar an Jet Airways durch Jet Privilege, das sich mehrheitlich im Besitz von Etihad befindet», heißt es weiter. Jet Privilege ist das Vielfliegerprogramm von Jet Airways mit rund 8,5 Millionen Mitgliedern. Es ist als eigenes Unternehmen namens Jet Privilege organisiert, an dem Etihad 50,1 Prozent hält und Jet Airways 49,9 Prozent.

35 Million Dollar für Tickets

Während die Etihad-Sprecherin nicht darauf einging, wofür die Vorauszahlung bestimmt ist, sagte ein Jet-Airways-Sprecher gegenüber der Zeitung Times of India: «JPPL hat mit Jet Airways einen Vertrag über den Kauf von Tickets für 35 Millionen Dollar abgeschlossen.» Jet Privilege kaufe regelmäßig Tickets, um sie den Mitgliedern anzubieten, die dafür mit Meilen bezahlten. Es handele sich um «normalen Geschäftsverkehr», so der Sprecher.

Jet Airways hat im zweiten Quartal 2018 einen Verlust von 13,2 Milliarden Rupien gemacht, umgerechnet 161 Millionen Euro – laut Times of India einer der höchsten Quartalsverluste in der 25-jährigen Geschichte der Fluggesellschaft. Vergangene Woche berichtete die Zeitung Mint, Jet Airways habe immer größere Probleme, seine Angestellten pünktlich zu bezahlen. Das habe bereits Piloten, Techniker und Teile des Managements betroffen, im September darüber hinaus aber auch weitere Mitarbeiter in anderen Positionen.

Nicht nur Jet Airways mit Problemen

Zwar wachsen die Passagierzahlen in Indien rasant, dennoch haben viele Airlines Schwierigkeiten. Schuld ist einerseits die schwache Rupie. Sie macht Ausgaben in Fremdwährungen für Flieger, Ersatzteile und Leasingraten teurer. Andererseits ist Kerosin in Indien teuer, auch aufgrund horrender Steuern. Hinzu kommt die Konkurrenzsituation, die die Ticketpreis drückt. Unter diesen Vorzeichen sank selbst bei Indigo, über Jahre Indiens einzige profitable Airline, der Reingewinn im ersten Quartal um 97 Prozent.



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