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Michael O'Leary

«Es ist keine Frage der Macht»

Er ist der Mr. Ryanair, Michael O’Leary. Michael Csoklich traf ihn am Rande einer Luftfahrtveranstaltung des europäischen Luftfahrtverbandes A4E in Brüssel und sprach mit ihm über Brexit und seine persönliche Zukunft.

Michael Csoklich

Michael O’Leary und Redakteur Michael Csoklich nach dem Interview.

Herr O’Leary, ist Brexit ein Albtraum für Sie?

Ich bin Ire, so trifft es mich nicht so direkt. Es ist jedenfalls ein Albtraum in Sachen Kompetenz.

Wieviel hat Ryanair die Vorbereitung auf den Brexit gekostet?

Ehrlich gesagt sehr wenig. Wir haben ja den Vorteil, bereits eine EU-Fluglinie zu sein. Wir haben Ryanair UK gegründet, es wird die nationalen Strecken von London nach Belfast, Edinburg und Glasgow bedienen. Das hat uns ein paar hunderttausend Euro gekostet. Das größere Problem ist: Wir haben zwar 55 Prozent Aktionäre aus der EU-Staaten, 45 Prozent aus anderen Ländern und sind so eine EU-Fluglinie. Aber: etwa 10 Prozent der Aktionäre kommen aus Großbritannien. Um nach einem Brexit trotzdem eine Mehrheit an EU-Aktionären zu haben, müssen wir den britischen Aktionären sagen, verkauft an EU-Aktionäre– oder ihr habt keine Stimmrechte haben, bis wir wieder einen über 50 Prozent Anteil an EU-Aktionären haben.

Da werden die britischen Aktionäre aber keine Freude haben.

Ja, sie werden keine Freude haben. Aber so ist die Realität.

Die Ryanair Holding strukturiert sich neu, mit den viel Fluglinen Ryanair, Lauda, Ryanair Sun and Ryanair UK als Töchtern. Sie sollen CEO der Holding werden. Ist das ein Upgrade oder Downgrade ihrer Person?

Weder noch, es ist eine Anerkennung. In den letzten 30 Jahren war mein Job nur Ryanair, Ryanair, Ryanair. In den nächsten fünf Jahren wird sich mein Job sehr verändern. Ich werde im Hintergrund die CEOs der einzelnen Töchter unterstützen, wie Andreas Gruber bei Laudamotion. Ich kümmere mich mehr um die Finanzen, um Flugzeugbeschaffungen, und wer diese bekommt, ich werde koordinieren.

Werden diese Veränderungen sie machtvoller machen?

Das ist keine Frage der Macht. Ich denke, ich werde nicht so ins Tagesgeschäft involviert sein. Ich muss mich nicht mehr um die Buchungen oder die Pünktlichkeit  kümmern. Das machen andere. Ich bin für den Überblick zuständig. Das ist auch gut für Ryanair  und mein Image.

Sie sind ja der Mr. Ryanair…

Ja. Das wird sich aber ändern. Und ich hoffe, es wird eine andere Mrs. oder einen anderen Mr. Ryanair geben.

Freuen Sie sich auf die neue Aufgabe?

Ich freue mich immer! Nehmen Sie unsere Flugzeugbestellungen, oder unsere 142 Millionen Passagiere, ich hoffe, wir werden in fünf Jahren 200 Millionen Passagiere haben. Da gibt es so viele Möglichkeiten. Aber das Wachstum wird in Zukunft anders sein. Mehr Erlebnis für unsere Passagiere zu einem niedrigeren Preis.



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