Brezeln und Kekse: Tiefe Kosten, große Wirkung.

American und UnitedBei US-Airlines gibt es wieder Snacks an Bord

Nach 15 Jahren Knauserigkeit bieten US-Fluggesellschaften wieder kostenlose Snacks in der Economy Class an. Sie erkennen, dass es Zeit ist, wieder in die Fluggäste zu investieren.

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American Airlines bietet in der Economy-Klasse wieder Brezeln oder Kekse an. Und das kostenlos. Das neue Angebot gilt vorerst auf allen Flügen zwischen New York und San Francisco oder Los Angeles. Ab April soll es die Snacks auf allen Flügen innerhalb der USA geben. Auf der Strecke zwischen Dallas und Hawaii wird sogar eine warme Mahlzeit serviert.

Auch das kostenlose Angebot an Filmen und Fernsehsendungen wird ausgedehnt. «Wir wissen, dass wir Kunden haben, die uns auf Grund des Preises aussuchen, und wir freuen uns, ihnen ein Produkt anbieten zu können, das sich positiv von den Ultra-Billiganbietern abhebt», sagt Marketingchef Fernand Fernandez. Auch Konkurrentin United Airlines kündigte vor kurzem an, wieder kostenlose Snacks anzubieten. Einzig dritte große US-Airline, Delta Air Lines, verzichtete sogar während des Gläubigerschutzverfahrens nicht aufs Austeilen der kleinen, trockenen Aufmerksamkeiten.

Airlines kämpften ums Überleben

Dass ein Tütchen kostenloser Brezeln in den amerikanischen Medien Schlagzeilen macht – die Meldung wurde in den USA sogar als News des Tages auf den kleinen Monitoren in Aufzügen ausgestrahlt – , zeigt, wie tief die amerikanische Flugindustrie in der Holzklasse in Sachen Dienstleistungen und Annehmlichkeiten gefallen war. «Dies sind kleine Aufmerksamkeiten, die die Airlines nicht viel Geld kosten, aber den Passagier ein kleines bisschen glücklicher machen», sagt Henry Harteveldt, Gründer der Reise-Unternehmensberatung Atmosphere Research Group.

Seit 15 Jahren herrscht im amerikanischen Luftraum die totale Sparsamkeit. Nach den Terrorangriffen vom 11.September 2001 und der anschließenden Rezession suchten die Fluggesellschaften nach Wegen um Kosten zu sparen, wo sie nur konnten. Heiße Mahlzeiten wurden genauso abgeschafft wie Decken, Kopfkissen und die Beinfreiheit: «Es ging wirklich um Überleben», sagt Fernandez. American Airlines, die jüngst mit US Airways fusionierte, hatte seit 2003 keine kostenlosen Snacks mehr angeboten. US Airways war diesen extremen Schritt erst 2008 gegangen. Continental Airlines hatte Brezeln erst 2011 nach der Fusion mit United gestrichen. Immerhin sollte das 2,5 Millionen Dollar im Jahr einsparen.

American und Co. machen wieder Gewinn

Inzwischen aber schreiben die US-Fluggesellschaften wieder Rekordgewinne. Nach vielen Unternehmenszusammenschlüssen sind nur vier Mega-Carrier übrig geblieben, die den Markt wie einen Oligopol betreiben, das 80 Prozent des amerikanischen Marktes beherrscht. Sie haben ihre Kapazität so gestrichen, dass fast jeder Flug voll ist. Sie haben quer durch die Industrie eine Gepäckgebühr von 25 Dollar je Gepäckstück durchgesetzt und die Sitzreihen so dicht aneinandergereiht, dass sie ihren Profit maximieren. «Wir haben unser Kerngeschäft saniert und sind jetzt in der Lage, wieder in unsere Kunden zu investieren», sagt Fernandez. Hoffentlich reicht diese Initiative bald weit über die Brezeln hinaus.

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