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49,9 Prozent

Enter Air steigt bei Germania Flug ein

Die Schweizer Fluglinie bekommt einen polnischen Großaktionär. Die Chartergesellschaft Enter Air kauft sich bei Germania Flug ein.

Piotr Bozyk

Flugzeug von Enter Air: Die Polen halfen bereits bei Germania Flug aus.

Nach der Pleite der deutschen Germania ging die Schweizer Germania Flug zu 100 Prozent in schweizerische Hände über. Im Februar bestätigte Aufsichtsrat Urs Pellizoni: «Frau Ibrahimi-Salahi hat über ihre Beteiligungsgesellschaft Albex Aviation 100 Prozent der Anteile übernommen.» Keine drei Monate später trennt sich die Air-Prishtina-Chefin schon wieder von einem großen Anteil: Die polnische Charterfluggesellschaft Enter Air beteiligt sich mit 49,9 Prozent Germania Flug, wie die Schweizer am Freitag (3. Mai) bekannt gaben.

«Erste Gespräche mit Enter Air haben bereits vor längerem stattgefunden und waren seit Anbeginn ein Teil unserer Strategie nach der Insolvenz der deutschen Germania Fluggesellschaft mbH», lässt sich Pellizoni in einer Mitteilung zitieren. «Mit Enter Air haben wir einen strategischen Partner gefunden.» Der Aufsichtsrat verweist auf die 23 Flugzeuge starke Flotte von Enter Air. «Dadurch lassen sich für eine Airline unserer Größe unerlässliche Synergieeffekte erzielen», so Pellizoni. Das sei ein großer Vorteil. Die Flotte von Enter Air besteht aus 23 Boeing 737, 21 davon 737-800, zwei 737 Max 8.

Kein viertes Flugzeug gefunden

Tatsächlich kann Germania Flug einen Partner mit einer relevanten Flottengröße gut gebrauchen, wie sich aktuell zeigt. Neben ihren drei Airbus A319 hatte die Fluglinie für den Sommer nämlich einen vierten Jet eingeplant. Doch das weltweite Grounding der Boeing 737 Max machte der Airline einen Strich durch die Rechnung. «Die Preise haben sich verdoppelt, manchmal sogar verdreifacht», erklärte Pelizzoni im April.

Über die Ostertage behalf sich Germania Flug mit diversen Wet-Lease-Anbietern, darunter auch Enter Air. «Eine dauerhafte Lösung mit einem fixen, vierten Flugzeug für die Sommermonate konnten wir aber nicht finden – nicht zu einem tragbaren Preis», so der Aufsichtsrat. So musste die Fluggesellschaft sieben Destinationen streichen.

Such nach einem neuen Namen

Der Umbau von Germania Flug beschränkt sich aber nicht nur auf die nun abgeschlossene Suche nach einem Partner. Die Fluggesellschaft arbeitet auch an einem neuen Namen. «Die Swissness wird deutlich stärker hervorgehoben als es bisher möglich war», kündigte Pelizzoni vor Kurzem an. Die Marke CH Air ließ sich Germania Flug schon Mitte April schützen.



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