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Engpass in Hongkong

Gerade mal 13 Jahre alt und schon bald zu klein: Der Flughafen Hongkong will eine dritte Piste bauen, um das Wachstum zu verkraften.

HIA

Anflug auf Hongkong: Zwei parallele Pisten sind nicht mehr genug.

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Eines ist klar: Der neue Flughafen Chek Lap Kok wird in ein paar Jahren an seine Grenzen stossen. 306’000 Flugbewegungen, 90 Millionen Passagiere und 4,1 Tonnen Fracht und verzeichnete er 2010. Und das kräftige Wirtschaftswachstum in der asiatischen Boomregion wird dem Airport auch künftig jährlich Steigerungsraten bescheren. «Als der Flughafen gebaut wurde», sagte Cathay-Pacific-Chef John Slosar zur BBC, «glaubte man, dass das heutige Zweipistensystem bis 2030, oder gar 2040 ausreichen werde. Diesen Punkt haben wir jetzt 15, 20 Jahre früher erreicht».

Darum ist für Experten und Behörden klar: Der Flughafen auf der künstlichen aufgeschütteten Insel bei Lantau muss erweitert werden. Zur Diskussion steht eine Erweiterung der beiden bestehenden Parallelpisten. Dadurch würde der Flughafen eine maximale Kapazität von 420’000 Bewegungen erreichen. Mit 23 Milliarden Hongkong-Dollar (rund 2 Milliarden Euro) wäre diese Variante die günstigste. Viele Exponenten wünschen sich aber eine dritte Parallelpiste, nördlich der bestehenden. Dazu müsste nochmals Land aufgeschüttet werden. Diese Variante würde 86 Milliarden Hongkong-Dollar kosten und 820’000 Flugbewegungen pro Jahr zulassen.

In der ehemaligen britischen Kronkolonie wurde nun die Vernehmlassung eingeleitet, in der sich Anspruchsgruppen äussern dürfen. Vor allem Umweltverbände sind skeptisch. In der Nähe des Flughafens existiert eine Schutzzone für die weissen Delphine. Der WWF befürchtet, dass diese geschützte Spezies durch den Bau stark gestört würde. Zudem beklagt er die Verringerung des Lebensraums.

Chek Lap Kok wurde 1998 als Ersatz für den völlig überlasteten Flughafen Kai Tak eröffnet.



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