Zuckerrohr: In Brasilien prüft man, ob daraus Flugtreibstoff werden kann.

Embraer fliegt auf Zucker

Der brasilianische Flugzeugbauer testet mit Boeing Zucker als Treibstoff. Sie wollen damit den Airlines helfen - aber vor allem sich selbst.

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Es sind gleich ein paar große Namen, die für das Projekt zusammen kommen. Die Interamerikanische Entwicklungsbank, der amerikanische Zucker-Konzern Amyris und die beiden Flugzeugbauer Boeing und Embraer haben sich zusammengetan, um nach einem neuen Flugzeugtreibstoff zu suchen. Sie finanzieren dazu gemeinsam eine Studie. «Sie klärt das Potenzial einer nachhaltigen Großproduktion von alternativen Treibstoffen auf Zuckerrohr-Basis ab», sagte Arnaldo Vieira de Carvalho von der Entwicklungsbank. Geprüft werden sollen dabei einerseits Umweltaspekte, andererseits das Marktumfeld.

In ihren Verlautbarungen reden die Manager der beteiligten Organisationen gerne von «Nachhaltigkeit» und der «Reduktion von Klimagasen». Biotreibstoffe können da auch wertvolle Beiträge leisten. Vor allem den Flugzeugbauern geht es aber um viel mehr. Es geht ihnen ums Geschäft. Denn: je höher der Ölpreis steigt, desto schmerzhafter wird es für die Airlines. Alternativen zum endlichen Öl sind daher derzeit ganz besonders gefragt. Und der Jet-Hersteller, der hier am schnellsten ein gutes Produkt anbietet, wird Vorteile haben.

Unzählige Versuche

Es existieren deshalb auch bereits Dutzende von Versuchen mit Biotreibstoffen. Japan Airlines etwa hat auf Flügen Sprit aus Leindotter getestet, einem Feldgewächs. Die Lufthansa prüft derzeit einen Treibstoff aus Leindotter, Jatropha-Samen und tierischen Ölen. Klm setzt auf wiederverwendetes Kochöl. Die Lufthansa betankt beispielsweise bei ihrem sechsmonatigen Test auf der Strecke Hamburg - Frankfurt das Flugzeug vom Typ A320 zur Hälfte mit Biokerosin.

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