So sah die allererste Ausgabe von Jetstream im Jahr 1961 aus.

JetstreamEin Luftfahrtmagazin verabschiedet sich nach 63 Jahren

Ende des Jahres muss die das Luftfahrt-Magazin Jetstream eingestellt werden. Redaktions- und ein Gründungsmitglieder blicken auf 63 Jahre zurück.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Seit 63 Jahren flattert einmal im Monat das Jetstream-Magazin in die Briefkästen seiner Abonnenten. Fans von hochaufgelösten Flugzeug-Fotos durften sich an verschiedensten Flugzeug-Typen und deren Bemalungen erfreuen. Doch jetzt wird das ausschließlich von Freiwilligen betriebene Magazin eingestellt.

Zwei der Engagierten, die seit mehr als zehn Jahren mitarbeiten, sind Tis Meyer und Joel Vogt. «Ein Heft mit ausserordentlichem Spirit geht zu Ende», sagt Meyer, der hauptberuflich als Pilot arbeitet.

Die Anfänge des Magazins

Gegründet wird Jetstream 1961 von drei jugendlichen Luftfahrt-Enthusiasten in Zürich: Karl Freund, Paul Lüscher und Sepp Moser. Damals konnten sie mit dem Fahrrad bis auf wenige Meter an die Pisten des Flughafens Zürich heranfahren, nur ein einfacher Zaun trennte die Gründer von den Flugzeugen.

Entsprechend viel Zeit verbrachten die drei Jugendlichen gemeinsam am Flughafen. Dank finanzieller Startunterstützung von KLM gelang es ihnen schließlich, eigenhändig eine Zeitung aufzubauen. Die Gründer abonnierten ausländische Magazine in der lokalen Bibliothek oder ließen sich von Freunden, wenn diese auf Reisen gingen, die dort erscheinenden Fachpublikationen mitbringen, erfährt man im Gespräch mit einem der Gründungsväter. Sie schrieben auch Fluggesellschaften an und ließen sich Pressemitteilungen zukommen.

Zu Beginn war Jetstream nur fünf bis sechs Seiten lang, kostete 20 Rappen und hatte eine Auflage von 25 Exemplaren. Die Gründer zeichneten zuerst eigene Skizzen zur Visualisierung der Inhalte, bevor sie sich die ersten Fotoapparate leisten konnten. Noch heute ist man stolz, dass es gelang, trotz Verpflichtungen im Militärdienst, Berufslehre oder Studium immer eine Ausgabe herauszubringen. Möglich war das nur dank dem Engagement der drei Gründer. Später stießen weitere Redaktionsmitglieder dazu und der «Jetstream Club» wurde gegründet.

Von Fans für Fans

Hauptverkaufsargument von Jetstream wurden mit der Zeit die Bilder. Rege schickten Leserinnen und Leser ihre eigenen Fotografien aus aller Welt ein und durften so auf eine Publikation hoffen. Jetstream begann schwarz-weiß, in den 80er-Jahren kamen Farbfotos dazu. Mitte der Nullerjahre stellte das Schweizer Magazin von Analog- auf Digitalbilder um.

«Noch heute gibt es Leser, die uns analoge Bilder schicken. Bei uns steht nach wie vor ein Dia-Scanner», so Joel Vogt, der sich seit über zehn Jahren für Jetstream engagiert. Jetstream baute sich zudem ein Netz von rund 40 Korrespondenten in Australien bis in die USA auf. Auch das Redaktionsteam geht, wann immer möglich, mit der Kamera auf die Suche nach spannenden Sujets oder berichtet aus den Ferien. «Mein Highlight war das Europa-League-Finale 2016, als unglaublich viele Flieger in der Luft waren», schwärmt Vogt im Gespräch mit Aerotelegraph.

Team aus der ganzen Schweiz

Im Zeitalter von sozialen Netzwerken und Online-Medien, sind Bilder und Informationen schnell überall zu finden. Jetstream kann gar nicht mehr die aktuellste Informationsquelle sein. «In den letzten Jahren haben wir verstärkt in den redaktionellen Teil investiert und das Team verjüngt», sagt der freie Journalist. Auch sonst hat sich einiges bei Jetstream verändert. Das Kernteam von acht bis zehn Redaktionsmitgliedern kommt nicht mehr nur aus Zürich, sondern aus der ganzen Deutschschweiz. Die allmonatlichen Redaktionssitzungen finden deshalb in Olten statt.

Heutzutage erwirbt man das Magazin für 9,5 Franken an Schweizer Kiosken. Das nicht kommerzielle Magazin hat nach wie vor eine Auflage von 4000 Exemplaren. Neben den Abos wird das Blatt auch an Kiosken gekauft. Allerdings nur noch bis Ende des Jahres.

Wie Jetstream weiterlebt

Die Gründe für das Ende von Jetstream sind vielfältig. Mit sinkendem Printabsatz hat die ganze Branche zu kämpfen. «Auch die Zivilluftfahrt selbst hat sich verändert. Viele kleinere Airlines sind eingegangen und mit ihnen sind viele spezielle Bemalungen oder seltene Modelle verloren gegangen», so Mitglied der Redaktionsleitung Tis Meyer.

Für ein Magazin, das sich zum Ziel gesetzt hat, jede Bemalung nur ein einziges Mal in die Zeitung zu bringen, macht das die Arbeit schwieriger. Viele spezielle Flieger sind heutzutage nur noch in entlegenen Erdteilen zu finden. Außerdem gestaltet es sich zunehmend schwieriger, Nachwuchs für die Redaktion zu finden. Auch, da viele Menschen der jüngeren Generation oftmals andere, digitale Informationskanäle nutzen. 

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie alte Ausgaben von Jetsream. Ein Klick aufs Foto öffnet die Galerie im Großformat.

Mehr zum Thema

Keks des Anstoßes: Das Bild wurde im Lufthansa Magazin überklebt.

Lufthansas mysteriöse Seite 36

Video

air new zealand syknest
Air New Zealand verschiebt den Start ihrer Schlafkojen für die Economy Class abermals. Eigentlich sollte Syknest 2026 endlich in der Boeing 787 abheben. Doch noch fehlt die Zertifizierung - da erneut eine Behörde bei der Zulassung nicht hinterherkommt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Gulfstream G400 von Baires Fly: Das Flugzeug mit der Kennung LV-JQW brachte Flavio Bolsonaro in die USA.
Eine rund 22 Jahre alte Gulfstream G400 von Baires Fly brachte Flávio Bolsonaro und seine Familie über Ecuador nach Miami. Die argentinische Charterfirma flog einst auch Javier Milei - und auch ihr Eigentümer hat Ärger mit der Justiz.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack