Flieger von Lufthansa: Doch näher bei den Golf-Konkurrenten?

Brigitte ZypriesBerlin: Lufthansa soll sich Golfairlines annähern

Neue Töne aus der deutschen Regierung: Es bringe nichts, den Markt abschotten zu wollen, sagt Staatssekretärin Brigitte Zypries. Lieber solle Lufthansa sich überlegen, mit Golfairlines zu kooperieren.

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Es sind nur wenige Sätze. Aber sie gleichen in Deutschland einem Tabubruch. Statt die Golfairlines geradeheraus zu verdammen, rät Brigitte Zypries auch andere Sichtweisen zumindest in Betracht zu ziehen. Sie verstehe die Ängste von Lufthansa gegenüber Emirates, Etihad und Qatar, so die Bundestagsabgeordnete und ehemalige Justizministerin gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Dennoch müsse man auch andere Alternativen in Betracht ziehen, als eine kategorische Abwehrhaltung.

Zypries ist in der Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Koordination der Luftfahrtpolitik zuständig. «Den Markt abzuschotten hilft nicht. Und die Golfanbieter haben nun mal einen geostrategischen Vorteil dank ihrer Lage», so die SPD-Politikerin. Sie rät Lufthansa, das Beispiel von IAG anzuschauen. Der Konzern um British Airways und Iberia habe gezeigt, wie eine Kooperation mit Golfairlines aussehen könne. «Es macht Sinn, so etwas anzuschauen.»

Mögliche Partner oder unfaire Wettbewerber?

Diverse Manager aus dem Lufthansa-Konzern haben die Golfairlines in den letzten Monaten scharf kritisiert. Sie werfen ihnen vor mit unfairen Arbeitsbedingungen und staatlicher Hilfe den Wettbewerb zu verzerren. IAG-Chef Willie Walsh sieht es pragmatischer. «Diese Typen sind jetzt da und sie bleiben da und sind ein fester Bestandteil der Branche», sagte er im Interview mit aeroTELEGRAPH. Er habe kein Problem mit Golfairlines. «Im Gegenteil. Mit ihnen zusammenzuarbeiten bringt uns voran.» Qatar Airways ist inzwischen mit 15 Prozent an IAG International Consolidated Airlines Group beteiligt.

Zaghafte Versuche zu einer Annäherung zwischen Lufthansa und Emirates gab es vor drei Jahren. Er könne sich eine Zusammenarbeit mit der deutschen Fluggesellschaft durchaus vorstellen, hieß es damals von Emirates-Chef Tim Clark. Noch ein Jahr zuvor hatten die Regierungen in Berlin und Ankara eine Kooperation zwischen Turkish Airlines und Lufthansa ausgelotet. Beide Versuche endeten ohne Ergebnisse.

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