Airbus A320 von Condor: muss vermehrt Zubringerflüge übernehmen.

Nach GerichtsentscheidungCondor muss nach Lufthansa-Kündigung Flugplan anpassen

Der Vertrag zwischen Lufthansa und dem Ferienflieger ist ausgelaufen. Deshalb hat Condor begonnen, Verbindungen nach Nordamerika zu streichen.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Es war kein Geschenk, das Lufthansa Group Condor zum 24. Dezember machte. Im Gegenteil. Bis am Heiligabend musste sich der Ferienflieger entscheiden, ob er das neue Angebot für Zubringerflüge annimmt oder nicht. Man habe zur neuen Offerte noch «inhaltliche Rückfragen» gehabt, erklärt eine Sprecherin von Condor. «Leider war es Lufthansa offenbar nicht möglich, diese Fragen vor der selbst gesetzten Frist am 24. Dezember zu beantworten.»

Der Termin ist also ohne Einigung verstrichen. Lufthansa kündigte vergangene Woche für diesen Fall an, den Zubringervertrag umgehend zu beenden. Das zeigt sich - zumindest aktuell - im Buchungssystem von Condor. Wer zum Beispiel einen Flug von Wien nach Boston, von Zürich nach Seattle oder von Berlin nach Vancouver sucht, findet erst Ende März wieder eine Option. Genau dann startet die deutsche Fluggesellschaft ihr eigenes Zubringernetz, indem sie neue Städteverbindungen eröffnet.

Weniger Zubringerflüge - und teurer

Je ein Mal täglich geht es ab dann von Frankfurt nach Berlin, Hamburg und München, Mailand-Malpensa, Prag, Rom-Fiumicino, Wien und Zürich und umgekehrt. Im Vergleich zum Zustand vor dem 24. Dezember mit dem alten Abkommen bleibt das aber ein Miniangebot. Zuvor konnten Condor-Gäste mit 300 Zubringerflügen von Lufthansa am Tag aus über 100 Städten in Deutschland und Europa zum Drehkreuz Frankfurt geflogen werden.

Condor betont jedoch, das trotz der Anpassungen alle bereits getätigten Buchungen, die einen Zubringerflug mit Lufthansa enthalten, ihre Gültigkeit behielten. Zudem wird die Konkurrentin weiterhin als Zubringer dienen - allerdings in kleinerem Ausmaß und mit deutlich höheren Preisen als bisher. Die Situation für Januar bis März dürfte sich daher wieder ändern.

Aus für Ziele wie Halifax, San Antonio oder Phoenix

Im Hinblick auf die neuen Verhältnisse hat Condor bereits proaktiv gehandelt. Man habe Anfang der Woche begonnen, den Sommerflugplan 2025 anzupassen, erklärt eine Sprecherin gegenüber aeroTELEGRAPH. So reagiere man «kurzfristig auf die sich verändernden Rahmenbedingungen für die Zu- und Abbringung von Fluggästen». Das hat auch Folgen fürs Langstreckennetz. Gewisse Verbindungen kann Condor alleine nicht mehr gewinnbringend anbieten.

Der Ferienflieger streicht deshalb Edmonton und Halifax in Kanada, Baltimore, Minneapolis/St. Paul, San Antonio und Phoenix im Sommer ganz aus dem Flugplan. «Die freigewordenen Kapazitäten werden im Sommer 2025 mit zusätzlichen Frequenzen nach Miami und Mauritius verlagert. Außerdem stehen Johannesburg und Bangkok künftig ganzjährig, also auch im Sommer, im Flugplan», so die Sprecherin von Condor.

Condor hofft weiter auf Lufthansa ...

Damit setze man das Wachstum außerhalb des klassischen Feriensegments fort und ergänze die Urlaubskompetenz im Flugplan durch nachfragestarke Ziele, in denen Dienst- und Freizeitreisen ideal verbunden werden könnten, erklärt sie weiter. Condor will dabei unter anderem mit ihrer modernen Langstreckenflotte von Airbus A330 Neo mit neuer Kabine punkten, während Erzrivalin Lufthansa mitunter noch mit älterem Fluggerät und älterem Interieur unterwegs ist.

Trotzdem hofft Condor aber noch auf ein neues Abkommen mit Lufthansa. Man stehe einer Einigung weiterhin «offen gegenüber», so die Sprecherin. Sie solle «ein partnerschaftliches Fundament für die langfristige Zusammenarbeit» sein. «Lufthansa Group ist für Condor unverzichtbarer Partner.»

... oder Gericht

Die Kündigung des Zubringervertrages durch Lufthansa Group war eine Entscheidung des Kartellsenats des deutschen Bundesgerichtshofs vorausgegangen. Er hatte Entscheidungen der deutschen Wettbewerbshüter kritisiert, welche sich zugunsten von Condor ausgesprochen hatten. Der Ferienflieger und nun zunehmend auch Städteflieger betont aber auch, dass dennoch «noch kein finales Urteil im zugehörigen Rechtsverfahren gefällt worden» sei.

Die Sprecherin: «Insbesondere wurde bislang von keinem Gericht, auch nicht vom Bundesgerichtshof, entschieden, inwieweit Condor einen rechtlichen Anspruch auf eine in einer kommerziellen Vereinbarung geregelte Zubringung aufgrund Lufthansas Marktmacht hat».

Mehr zum Thema

Flugzeuge von Condor und Lufthansa (Montage): Zwist zwischen den Airlines.

Lufthansa setzt Condor eine Bedenkfrist bis Heiligabend

Flugzeuge von Lufthansa und Condor: Der Rechtsstreit dauert an.

Gericht sieht Condor ohne Lufthansa-Zubringer «erheblich gefährdet»

Zubringerjets von Lufthansa, fotografiert aus einem Condor-Flieger: Es wird neu verhandelt.

Lufthansa bittet Condor stärker zur Kasse

ticker-lufthansa

D-AIFF: Lufthansa hat weiteren Airbus A340-300 nach Teruel gebracht

Video

Embraer E195-E2 von Azul: Das Flugzeug hebt erst kurz vor dem Ende der Piste ab.
Eine Embraer E195-E2 von Azul hat in São-Paulo-Congonhas fast die gesamte Startbahn gebraucht. Es ist nicht der erste brenzlige Moment an dem Ort am Stadtflughafen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Betankung einer Boeing 747 von Lufthansa: IN Frankfurt ist Kerosin knapp.
Der niedrige Wasserstand des Rheins wird zum Problem für Deutschlands größten Flughafen. Tankschiffe können nur noch eingeschränkt Kerosin liefern. Deshalb hat Lufthansa ihre Crews angewiesen, auf ausgewählten Strecken zusätzlichen Treibstoff nach Frankfurt mitzubringen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Kampflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil