Flugzeuge drehen abChaos am Flughafen Kabul, leerer Luftraum über Afghanistan

Am Airport der afghanischen Hauptstadt spielen sich dramatische Szenen ab. Ein vorerst letzter Turkish-Airlines-Flug startete mit Verzögerung. Airlines umfliegen das Land.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Die Lage am Flughafen Kabul ist dramatisch. Nachdem die Taliban die afghanische Hauptstadt eingenommen haben, wollen endgültig viele Menschen aus dem Land fliehen. Doch der zivile Flugverkehr ist bis auf einen letzten Flug eingestellt.

Alle hoffen auf einen Platz in einer der Evakuierungsmaschinen, die ausländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aus dem Land holen sollen. In der Nacht auf Montag (16. August) gelangten Hunderte Menschen auf das Flughafengelände. Bilder zeigen ein mit Männern und Frauen übersätes Vorfeld.

Amerikanische Soldaten feuern Warnschüsse ab

Ein Video zeigt einen Mann, der an einem Seil aus einem geparkten Flugzeug heraushängt. Dann wird er hochgezogen. Eine BBC-Journalistin teilte ein Video das Menschen zeigt, die über eine völlig überlaufene Treppe in einen Jet von Kam Air gelangen wollen.

Amerikanische Soldaten sicher den Flughafen mittlerweile und haben in dem Chaos auch schon Warnschüsse in die Luft abgegeben. Hubschrauber flogen über die Piste, um diese zu räumen. Laut Medienberichten sollen sogar mindestens drei Menschen am Flughafen Kabul gestorben sein. Unklar war zunächst, ob sich auch Taliban-Kämpfer in der Umgebung befinden. Gegen Mittag mitteleuropäischer Zeit tauchten erste Bilder angeblicher Taliban vor dem Airport auf.

Air-India-Flug verlässt afghanischen Luftraum schnell wieder

So chaotisch und unübersichtlich die Lage am Airport ist, so eindeutig ist sie in der Luft über Afghanistan. Der Luftraum ist frei zivilen Flugzeugen. Am Montagmorgen drehten mindestens zwei Flüge kurz hinter der Grenze ab und verließen den Luftraum des Landes wieder.

Eine Boeing 777 von Air India war auf dem Weg von Chicago nach Delhi in Indien. Flug AI126 führte über Usbekistan kurz nach Afghanistan. Nördlich von Mazar-i-Sharif, drehte er aber ab und wählte eine neue Route über Turkmenistan und den Iran. Im Emirat Sharjah ist ein Zwischenstopp geplant - vermutlich zum Auftanken.

Frachter dreht um und fliegt über Pakistan

Ähnlich machte es die Cockpitcrew eines Frachters der moldauischen Charterfluggesellschaft Terra Avia. Die Boeing 747 startete in Aserbaidschans Hauptstadt Baku Richtung Delhi, flog über Turkmenistan nach Afghanistan. Dort drehte sie aber eine Schleife, flog dieselbe Strecke zurück und wählte dann ebenfalls den Weg über den Iran. Südlich von Afghanistan flog die 747 dann eine Route über Pakistan. Laut der Nachrichtenagentur Reuters riet die afghanische Luftfahrtbehörde am Montag Fluggesellschaften von Überflügen über Afghanistan ab.

Unklar war am Vormittag zunächst die Lage um Turkish-Airlines-Flug TK707. Es ist wohl der vorerst letzte zivile Flug, der Kabul derzeit verlässt. Hinflug TK706 landete am Morgen aus Istanbul kommend in der afghanischen Hauptstadt. Die Boeing 777 sollte zum Rückflug TK707 gegen 09:30 Uhr mitteleuropäische Zeit abheben und türkische Staatsbürger evakuieren.

Turkish-Airlines-Flug kann zunächst nicht abheben

Sie tat dies aber zunächst nicht. Es gab Berichte, der Start sei nicht möglich gewesen, da sich Personen auf der Piste aufgehalten hätten. Schließlich gelang es der Boeing 777 in einem zweiten Anlauf doch noch abzuheben.

Mehr zum Thema

Abgeschaltetes Radar, verwaister Kontrollturm, gestoppte Flüge in Kabul

Abgeschaltetes Radar, verwaister Kontrollturm, gestoppte Flüge in Kabul

Boeing 737 Max 8 im Hintergrund, Max 10 im Vordergrund: In der Bestellung ist es anders herum.

Boeing hat riesige 737-Max-Bestellung von Turkish Airlines jetzt sicher

ticker-turkish-airlines

Turkish Airlines steht vor Finalisierung des Großauftrags für 150 Boeing 737 Max

ticker-turkish-airlines

Beunruhigte Passagiere: Flug von Turkish Airlines muss drei Landeversuche in Tunis abbrechen

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier