CS100: Die kleine C-Series wird in Europa im täglichen Einsatz getestet.

CS100C-Series muss sich auf Europatour beweisen

Eine CS100 fliegt in den kommenden Wochen von Zürich aus durch Europa. So wird die C-Series auf ihre Alltagstauglichkeit getestet. Für Bombardier ist der Test enorm wichtig.

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Luftfahrt

Am Sonntag um 7.17 Uhr startete am Flughafen Montréal Mirabel Bombardiers sechste C-Series-Testmaschine, im Jargon FTV6 genannt. Es war kein üblicher Flug zur weiteren Prüfung der Flugeigenschaften des neuen Kurz- und Mittelstreckenjets. Der kanadische Flugzeugbauer schickte den Flieger auf einen Transatlantikflug via Neufundland, der Südspitze Grönlands und Irland nach Zürich, wo er um 20:39 Uhr landete.

Vom südlichsten Lufthansa-Drehkreuz aus wird die C-Series CS100 in den kommenden vier Wochen ein intensives Testprogramm absolvieren. Das Flugzeug mit dem Kennzeichen C-FFCO wird klassische Swiss-Strecken abfliegen – unter anderen etwa Zürich - Brüssel, Zürich - Wien oder Zürich - Warschau. Dabei wird beobachtet, wie sich die CS100 im täglichen Einsatz verhält: Was passiert bei Starts und Landungen an europäischen Flughäfen? Wie klappt es mit der Bodenabfertigung? Wie schnell kann ein Umlauf gestaltet werden?

Keine Passagiere an Bord

Das einzige, was beim Europa-Test anders ist als bei regulären Flügen: Es werden keine Passagiere an Bord der C-Series CS100 sein. Im Cockpit sitzen zwei Bombardier-Piloten. Sie werden von einem Team von Swiss-Experten begleitet. «Unser Kernpilotenteam, das bereits das Training auf dem Flugzeug absolviert hat, wird als Beobachter dabei sein. Zusätzlich werden Mechaniker, Boden- Mitarbeitende und Mitglieder des Projektteams die Tests verfolgen», so ein Sprecher der Fluggesellschaft. Swiss ist Erstbetreiberin der kleineren Variante der C-Series, der CS100.

Für Bombardier ist das Testprogramm in Europa enorm wichtig. Trotz gesicherter Finanzierung des C-Series-Programms durch eine staatliche Kapitalspritze sammelt der Hersteller noch immer keine Bestellungen ein. Einzige Ausnahme ist die Großbestellung von Air Canada von bis zu 75 CS300. Ein tadelloser Test in Europa ist Voraussetzung für die geplante Einführung der C-Series bei Swiss im zweiten Quartal 2016.

Anreiz für weitere Bestellungen

Erst wenn sich das Flugzeug bei der Schweizer Lufthansa-Tochter wirklich bewährt, lassen sich wohl Kunden von einem Kauf des nicht ganz billigen kanadischen Fliegers überzeugen. Wichtig für Bombardier wäre eine Bestellung einer großen nordamerikanischen Fluggesellschaft.

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