Businessjet: Die Nachfrage bleibt stabil.

Was 2019 bringtBusinessjets bleiben weiterhin gefragt

Trotz steigender Risiken für die Weltwirtschaft bleibt die Nachfrage nach Businessjets 2019 hoch. Vor allem eine Kategorie Luxus-Flieger steht dabei im Fokus.

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Die Ökonomen des Internationalen Währungfsonds IWF geben sich zuversichtlich. 2018 und 2019 werde die Weltwirtschaft um rund 3,7 Prozent wachsen, prognostizieren sie in ihrer neuesten Studie. Das sei in etwa gleich viel wie 2017. Doch die Risiken hätten zugenommen. Die Entwicklung sei weniger ausgeglichen und einige Industrieländer könnten den konjunkturellen Zenit überschritten haben, so die Volkswirte des IWF.

Trotzdem sind die Aussichten für die Geschäftsfliegerei nach wie vor positiv. Zulieferer Honeywell Aerospace rechnet in seinem Global Business Aviation Outlook mit der Auslieferung von 7.700 neuen Businessjets für 2019 bis 2028. Das entspricht einem Volumen von ungefähr 251 Milliarden Dollar. Gegenüber dem letztjährigen Bericht hat der Hersteller von Flugzeugtriebwerken und Cockpitinstallationen die Prognose sogar um ein bis zwei Prozentpunkte erhöht. Sie basiert unter anderem auf makroökonomischen Analysen, Informationen von Herstellern und auf Interviews mit über 1.500 Betreibern von Businessjets weltweit.

Schwerpunkt Nordamerika

Schwerpunkt der globalen Nachfrage wird gemäss Honeywell weiterhin Nordamerika sein. Mit 61 Prozent sind vor allem die USA und Kanada für annähernd zwei Drittel des Marktes verantwortlich. Gegenüber der letzten Studie ist das eine leicht positive Entwicklung von einem Prozent. In Europa wird trotz Brexit und anderen politischen Diskussionen eine sehr starke Verbesserung von über 14 Prozenten erwartet. Der Anteil des Alten Kontinents an der globalen Nachfrage liegt bei rund 16 Prozent.

Etwas durchzogen sieht das Bild in Lateinamerika aus. Während die Betreiber in Brasilien mit einer doppelt so hohen Nachfrage rechnen, sieht das Bild in Mexiko genau umgekehrt aus. Vor allem die Diskussionen und Unklarheiten mit den USA um das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta haben den Markt gehemmt. Im Vergleich mit dem letzten Jahr rechnet die Studie mit einer sieben Prozent schwächeren Nachfrage in Lateinamerika. Der Anteil am Gesamtmarkt läge damit mit 12 Prozent etwas tiefer als Europa. In der asiatisch-pazifischen Region ist der Ausblick nahezu unverändert, trotz geopolitischen und regionalen Spannungen. Betreiber aus Asien sind für knapp sieben Prozent der Nachfrage verantwortlich. Die restlichen vier Prozent der weltweiten Nachfrage stellen der Nahe Osten und Afrika.

Große Jets gefragt

Im Fokus der Käufer stehen vor allem größere Flugzeugmodelle. In diese Kategorie  fallen so genannte Super-Midsize Modelle, wie die Bombardier Challenger 350 (Listenpreis 20 Millionen Dollar) bis hin zu den Ultra-Langstrecken Businessjets, wie der Gulfstream G650 ER (Listenpreis 70 Millionen). Bis zu 87 Prozent der gesamten Ausgaben für neue Businessjets entfallen auf diese hochpreisigen Flugzeugtypen, schätzt Honeywell und rechnet mit einem jährlichen Wachstum von drei bis vier Prozent.

Mitunter ein Grund ist hier die starke Nachfrage aus den USA. Von einem Businessjet wird von amerikanischen Kunden erwartet, die Strecke von Los Angeles nach New York (rund 4.000 Kilometer) ohne Probleme abdecken zu können. Zusätzlich dürfen Anzahl Sitzplätze und Komfort nicht vernachlässigt werden. Eine große Anzahl der neuen Flugzeugtypen, die zurzeit lanciert werden, wie die Gulfstream G500 und Citation Longitude, sind fähig über weite Strecken und Ozeane zu fliegen.

Anbindung wichtig

Eine Verbindung zum Boden kann da verständlicherweise nur noch via Satelliten hergestellt werden. Eine stabile Breitband-Anbindung ist neben moderner Avionik, hoher Reichweite und Mindestgeschwindigkeit von Mach 0,85 daher inzwischen eine der wichtigsten Anforderungen der Kunden. Es lässt sich kaum mehr ein Langstreckenjet verkaufen, der nicht über die notwendigen Installationen verfügt.

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