Phantom 3500: So soll das Flugzeug ohne Fenster aussehen

Otto Aviation Phantom 3500Ein Businessjet ohne Fenster

Otto Aviation entwickelt einen revolutionären Businessjet, der durch seine extreme Sparsamkeit überzeugt. Das Besondere: Dieser Flieger aus den USA kommt ohne Fenster aus.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Falcon 10X, Gulfstream G700, Phenom 300: Wenn es nach den Plänen eines Start-ups aus den USA geht, soll sich bis 2030 die Phantom 3500 in diese Riege einreihen. Der Name scheint bewusst gewählt, denn in der Literatur wird ein Phantom oft mit einem Geist oder einer Erscheinung assoziiert, dem etwas Unheimliches oder Übernatürliches zugeschrieben wird.

Falls Otto Aviation seine Visionen realisieren kann, könnte beides zutreffen. Übernatürlich wäre der Businessjet der Super Mid Size Klasse aufgrund seiner extrem hohen Treibstoffeffizienz und niedrigen Emissionswerte. Unheimlich könnte er wirken, weil die Ingenieure auf ein wichtiges Element verzichten: Die Passagierkabine der Phantom 3500 wird keine Fenster haben.

Fenster haben Nachteile

Fenster haben aus Sicht von Scott Drennan, Präsident und Operativchef bei Otto Aviation, gleich mehrere Nachteile. «Fensterausschnitte und die zu ihrer Verstärkung erforderliche Struktur erhöhen den Zeit- und Arbeitsaufwand bei der Herstellung und erhöhen das Gewicht des Flugzeugs», erklärte er gegenüber dem Portal Interesting Engineering. Zudem soll die Luft dadurch gleichmäßiger um das Flugzeug fließen und den Luftwiderstand verringern.

Bei der Entwicklung der Phantom 3500 legen die Ingenieure von Otto Aviation en Fokus auf die aerodynamischen Eigenschaften. Im Gegensatz zu herkömmlichen Businessjets besitzt der Jet eine tropfen-oder zigarrenförmige Röhre, die einen gleichmäßigen Luftstrom ermöglicht, was Turbulenzen reduziert und den Treibstoffverbrauch senkt. «Wenn der Luftwiderstand sinkt, sinkt der Treibstoffverbrauch. Wenn der Treibstoffverbrauch sinkt, wird weniger Treibstoff benötigt», erläutert Drennan.

50 Prozent weniger Treibstoff

Hergestellt wird das Flugzeug aus Kohlefasermaterialien. Angetrieben wird es von zwei Williams International FJ44-Turbofan-Triebwerken mit jeweils 16 Kilonewton Schub. Konkurrenzmodelle von Bombardier und Embraer setzen auf Triebwerke mit deutlich mehr Leistung. All das trägt dazu bei, die Effizienz und Leistung der Phantom 3500 zu optimieren.

Otto Aviation gibt an, dass der Treibstoffverbrauch dadurch um die Hälfte reduziert werden soll. Der Verbrauch pro Stunde liegt bei ungefähr 435,5 Litern Kerosin. Gleichzeitig nehmen die Emissionswerte voraussichtlich um 80 Prozent ab. Mit einer Reisegeschwindigkeit von 850 km/h ist der Jet durchaus konkurrenzfähig. Die Reichweite soll bei 6500 Kilometern liegen.

Bildschirme statt Fenstern

Das Unternehmen plant, bis Anfang 2027 mit den ersten Testflügen zu beginnen. Der Hersteller fängt dabei nicht bei null an. Otto Aviation hat bereits mit der Celera 500L ein ähnliches Flugzeug entworfen, dessen Prototyp 2019 zum ersten Testflug abhob. Später tauchten Bilder der Celera 800L auf, einer Weiterentwicklung der 500L, die sehr an die Phantom 3500 erinnert. 2030 soll die erste Phantom 3500 fertig sein.

Bildschirme statt Fenstern.

Und wie löst Otto Aviation das Problem mit den Fenstern? An den Seitenwänden und der Decke werden hochauflösende digitale Bildschirme installiert, die dank Außenkameras Live-Bilder der Umgebung zeigen. Ob das potenzielle Käufer und Investoren überzeugt, wird sich zeigen.

Mehr zum Thema

ticker otto aerospace

Flexjet bestellt 300 Phantom 3500 bei Otto Aerospace

Otto Aviation Celera 500L: Über 30 Testflüge absolviert.

Otto schickt Sparwunder-Flieger ins Rennen

Video

Der Airbus A350-1000 ULR mit der Kennung F-WULR ist um 10:43 Ortszeit zum ersten Mal auf australischem Boden gelandet.
Ohne Passagiere, aber mit über tausend Sensoren an Bord, ist der erste Airbus A350-1000 ULR für Qantas Project Sunrise in Melbourne gelandet. Der Testjet legte die Strecke von Toulouse in nicht ganz 20 Stunden zurück, noch in unlackierter Green Livery.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Die VA-1X von Vertical Aerospace: Zeigte in Farnborough, was sie kann.
Elektrische Senkrechtstarter gelten als eines der Zukunftsthemen der Luftfahrt. Auf der Farnborough Airshow demonstrierte Vertical Aerospace eindrucksvoll die Fähigkeiten seines Prototyps. Bis Passagiere regelmäßig mit Evtols fliegen, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.
Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies