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Schweizer Regionalflughäfen

Aus für Altenrhein, Bern, Lugano und Sion?

Bislang zahlten die großen Schweizer Flughäfen für die kleinen einen Teil der Gebühren für die Flugsicherung. Das ist ab 2017 nicht mehr erlaubt. Für die Regionalplätze ist das bedrohlich.

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Die Schweizer Regionalflughäfen plagen existenzielle Ängste. «Einigen droht zumindest der Rückbau, andere müssen ums nackte Überleben kämpfen», sagt Charles Riesen, Chef des Flughafens Bern. Schuld ist eine neue Verteilung der Lasten bei der Flugsicherung, wie die Zeitschrift Bilanz schreibt. Bislang subventionierten die großen Flughäfen die kleinen, indem sie überproportionale Anteile für die helvetische Flugsicherung Skyguide zahlten. Künftig ist diese Quersubventionierung wegen neuen EU-Vorschriften nicht mehr erlaubt.

Die kleinen Flugplätze müssen ab 2017 alleine zahlen. Die Finanzierung der Gebühren für die Flugsicherungsdienste aus dem Fluggeschäft ist aber kaum möglich. Wenige Flüge und kleine Flieger sorgen in St. Gallen-Altenrhein, Bern, Lugano oder Sion für bescheidenere Einnahmen. Und so verlieren die regionalen Flugplätze künftig Millionen bei der Flugsicherung. Je nach Airport beträgt das Minus zwischen 2 und 10 Millionen, wie die Bilanz schreibt.

Deutsche Flughäfen haben die Wahl

Die kleineren Flughäfen ärgern sich, dass die Schweizer Regierung zwar die Quersubventionierung aufhob, aber einen anderen Punkt nicht änderte. Skyguide behält weiterhin das Monopol. Das ist beispielsweise in Deutschland anders. Regionale Flughäfen können dort die Flugsicherung selbst übernehmen oder den Anbieter frei auswählen. Dieser Wettbewerb sorgt für tiefere Preise. Wenn die Schweizer Regierung «das Skyguide-Monopol schützen will, muss sie die Kosten dafür auch mitfinanzieren», findet deshalb Bern-Chef Riesen.



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