Spicejet-Flieger bei der Landung in Neu-Delhi: Bald ausländisches Geld?

Neue Hoffnung für Indiens Airlines

Delhi erlaubt ausländischen Investoren neu, sich an heimischen Airlines zu beteiligen. Eine spricht schon mit Interessenten.

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«Fantastisch» sei der Schritt der Regierung, das sei genau das richtige, «um das Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln und der Branche aufzuhelfen», kommentierte Kingfisher-Eigner Vijay Mallya am Freitag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter die Entscheidung der indischen Regierung. Auch von der Konkurrentin Jet Airways hieß es, man heiße den Schritt mehr als willkommen. Das Kabinett in Delhi hatte zuvor bestimmt, dass ausländische Investoren neu bis zu 49 Prozent an einer indischen Airline halten dürfen. Bisher waren fremde Beteiligungen per Gesetz strikt verboten. Die indischen Fluggesellschaften leiden unter den hohen Kerosinpreisen und dem harten Preiskampf. Viele schreiben Verluste.

Vor allem für Kingfisher Airlines würde eine Geldspritze aus dem Ausland wohl die Rettung bedeuten. Doch gleichzeitig ist die schuldengeplagte Airline wohl nicht die attraktivste Kandidatin unter den privaten indischen Fluggesellschaften. Zwar hieß es schon öfter, man befinde sich in Gesprächen mit potenziellen Investoren, doch wirklich konkret wurde es nie. Gesperrte Konten, nicht bezahlte Rechnungen und Mitarbeitende, die wegen nicht erhaltener Löhne immer wieder streiken, sind denn auch alles andere als ein gutes Verkaufsargument.

Spicejet schon in Gesprächen

Laut indischen Branchenkennern sind die Airlines, die höchstwahrscheinlich am meisten von der Entscheidung der Regierung profitieren dürften, die Konkurrenten Spicejet und Go Air. Beide schlagen sich im Vergleich zu anderen relativ gut und schreiben immerhin momentan keine Verluste. Spicejet erklärte in der vergangenen Woche gegenüber indischen Medien denn auch, man befinde sich in Gesprächen mit Anbietern aus der Golfregion - auch wenn sich diese noch in einer Vorstufe befänden. In den nächsten Wochen will man Details bekannt geben.

Aber egal wie profitabel der Übernahmekandidat ist; Geld in den indischen Markt zu pumpen, dürfte für jeden Investor einiges an Bedenkzeit voraussetzen. Auch wenn die Regierung nun die Regeln gelockert hat, das Marktumfeld bleibt schwierig. So hat bereits Lufthansa gemäß der indischen Nachrichtenagentur IANS erklärt, man plane kein Investment in dem Land. Auch die britische Virgin Atlantic ist nicht interessiert. Hohe Steuern und hohe Treibstoffkosten machen den Betrieb einer Fluglinie kostspielig. Im Vergleich zu anderen Ländern sind die Treibstoffpreise in Indien 40 bis 50 Prozent höher, weil der Staat massive Steuern erhebt. Auch Wartungsstandorte gibt es zu wenig. Weil auf die Lagerung von Ersatzteilen ebenfalls hohe Steuern erhoben werden, fliegen viele Airlines ihre Flugzeuge dafür ins Ausland.

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