The test aircraft Atra .

Mit Airbus A320 des DLRForscher testen in Zürich leiseres Landen

Ein neues System soll Flugzeuge mit weniger Lärm zur Landebahn sinken lassen. Am Flughafen in Zürich erprobt ein spezieller Airbus A320 derzeit solche Anflüge.

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Um Flugzeuge noch leiser zu machen, müssen nicht nur geräuschärmere Triebwerke her. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR forscht in Zusammenarbeit mit der Swiss Skylab Foundation und der Schweizer Forschungsanstalt Empa an einem neuen Anflugverfahren, das weniger Lärm verursacht. Der Trick: Mit einem kontinuierlicheren Sinkflug sollen die Triebwerke so lang es geht leiser laufen. Dafür müssen Piloten aber ein genaues Sinkprofil einhalten und auch Fahrwerk und Klappen zu genauen Zeitpunkten ausfahren.

Was in der Theorie schlüssig wirkt, sorgt in der Praxis für Herausforderungen. Anflug und Landung erfordern auch ohne die neue Methode schon viel Arbeit im Cockpit. Um Piloten die leiseren Anflüge ohne erhebliche Mehrarbeit zu ermöglichen, entwickelte das DLR ein neues Assistenzsystem. Mithilfe von 25 Piloten und einem DLR-Testpiloten überprüfen die Forscher nun bei realen Flugversuchen am Flughafen Zürich, ob das System auch praxistauglich ist.

Bis zu 70 Flüge geplant

Mit dem Atra (Advanced Technology Research Aircraft) kommt dabei ein zum Forschungsflieger umgerüsteter Airbus A320 des DLR zum Einsatz. Seit Montag (9. September) macht das Flugzeug mit Kennzeichen D-ATRA während fünf Tagen bis zu 70 Testanflüge am Zürcher Flughafen. Dabei steuert es jedes Mal aus dem Norden kommend die Piste 14 an, währenddessen zeichnen Messstationen am Boden den Lärm des Fliegers auf. Laut des DLR ist die Anzahl der Flüge notwendig, um genug Daten zur Auswertung zu bekommen.

Bei den Anflügen fliegen die Piloten ein Sinkprofil ab, welches das Assistenzsystem mit dem Namen LNAS (Low Noise Augmentation System, zu deutsch: geräuscharmes Erweiterungssystem) auf einem Bildschirm vorschlägt. Auch wann Landeklappen und Fahrwerk ausgefahren werden sollen, wird vom LNAS vorgegeben. Insgesamt werden so Bewegungsenergie und Flughöhe bis kurz vor der Landung besser ausgenutzt.

Gute Chancen für Einbau in künftige Flugzeuge

Einfach war dies bislang nicht: «Die sich stetig ändernden Bedingungen wie Wind und Fluggewicht machen das präzise Fliegen vertikaler Profile eines lärmarmen Anflugverfahrens hochkomplex», erklärt DLR-Testpilot Jens Heider. Das LNAS soll Besatzungen nun Mehrarbeit ersparen. Dafür erledigt das System die Berechnungen und soll Piloten alle Vorgaben anschaulich und intuitiv vorzeigen.

In den Flugversuchen benutzt das LNAS bisher ein sogenanntes Electronic Flight Bag als Anzeige. Dies ist ein Tablet-Computer, der neben den üblichen Anzeigetafeln montiert ist. Das DLR sieht aber gute Chancen, dass ihr neues System in Zukunft in die Bordcomputer von Flugzeugen Einzug finden wird.

Testflüge der D-ATRA am Flughafen Zürich.                Bild: Flightradar24

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