Flughafen Abidjan: Probleme mit Korruption.

Flughafen Abidjan«Annahme von Trinkgeldern oder Spenden wird streng bestraft»

Immer wieder verlangen Angestellte des Flughafens Abidjan Geld für Dienstleistungen und stecken es in die eigene Tasche. Die Korruption will die Regierung der Elfenbeinküste jetzt stoppen.

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Der Passagier wollte nach Kamerun reisen. Doch sein Gepäck war zu schwer. «Wir können uns arrangieren», sagte ihm der Check-in-Beamte am Aéroport International Félix-Houphouët-Boigny von Abidjan. Der Kunde verstand sofort und schob dem Mann hinter dem Schalter diskret ein paar Geldscheine zu. Das Übergepäck war plötzlich kein Problem mehr.

Solche Vorkommnisse sind am größten Flughafen der Elfenbeinküste keine Seltenheit. Obwohl er laufend modernisiert wurde und in puncto Sicherheit und Gefahrenabwehr enorme Fortschritte gemacht hat und sogar die Zulassung der US-Verkehrssicherheitsbehörde TSA und die Zertifizierung der Icao erhalten hat, grassiert derzeit am Flughafen Abidjan Korruption und Erpressung.

Diskret Geldbetrag übergeben

Ein anderer tatsächlicher Fall betraf einen Reisenden aus Burkina Faso. Bei der Ankunft am Flughafen Abidjan wurde er beim Zoll festgehalten, nach seinen Angaben wegen fünf Handtaschen, die er seinen Verwandten in der Elfenbeinküste schenken wollte. Der Zollbeamte widersprach und erklärte, es handle sich um Handelsware. Er forderte den Passagier auf, die Taschen zu verzollen.

Nach einer Diskussion zwischen den beiden gab der Reisende schließlich nach. Er übergab dem Zollbeamten diskret einen Geldbetrag. Auch dieses Verzollungsproblem war plötzlich gelöst.

Alle Bereich des Flughafens Abidjan betroffen

Der Flughafen Abidjan sei  das wichtigste Tor für Touristinnen und Touristen sowie Geschäftsleute für die Elfenbeinküste, so Dioman Coné, Kabinettschef des ivorischen Verkehrsministeriums, in einer Pressemitteilung. Doch immer wieder beschwerten sich abfliegende und ankommende Fluggäste über das Verhalten von Beamten. Die Angestellten versuchten, von den Reisenden Geld- oder Sachleistungen zu erhalten. Die Korruptions- und Erpressungsfälle erstrecken sich auf mehrere Bereiche am Aéroport de Abidjan.

Die Regierung fürchtet, dass dies dem Image des Landes schadet. Das ivorische Verkehrsministerium und die Flughafenbetreiberin Aeria sind aktiv geworden, unter anderem warnen sie jetzt Fluggäste. In einer Mitteilung des Verkehrsministeriums heißt es zudem: «Jede Korruptionshandlung, insbesondere die Annahme von Trinkgeldern oder Spenden jeglicher Art, wird streng bestraft, ungeachtet der strafrechtlichen Verfolgung, der sich sowohl der Nutzer als auch der beteiligte Beamte aussetzen».

 «Situation, die unserem Land nicht zur Ehre gereicht»

Damit nicht genug: Der Generaldirektor der Nationalen Zivilluftfahrtbehörde der Elfenbeinküste Anac, Sinaly Silué, warnte: «Es handelt sich um eine entwürdigende Situation, die unserem Land nicht zur Ehre gereicht und die wir nicht tolerieren dürfen».

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