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Drogenproblem bei Lion Air

Ein Pilot der asiatischen Fluggesellschaft wurde positiv auf Crystal Meth getestet. Es ist nicht der erste Fall.

Lionlmi/Wikimedia/CC

Lion Air: Der Druck auf die Fluggesellschaft wächst.

Der Druck auf die Chefetage der Fluggesellschaft steigt. «Die Aufsichtsbehörde muss das Management von Lion Air überprüfen, um die Lücken in der Führung zu finden und sie umgehend zu stopfen», sagte Kemis Martono, Professor an der Tarumanegara University gegenüber der Zeitung Jakarta Post. Die Abläufe im Bereich Schulung und Gesundheitschecks sollten genau untersucht werden, so die Meinung des Juristen und diverser Experten. Denn in den letzten zwölf Monaten wurden bereits vier Piloten und eine Flugbegleiterin der privaten indonesischen Airline wegen Drogenbesitzes verhaftet.

Am Wochenende traf es einen Flugkapitän von Lion Air: Mit 0,4 Gramm Metaamphetamin oder umgangsprachlich Crystal Meth wurde er in seinem Hotelzimmer erwischt. Letztes Jahr wurden zwei weitere Piloten, ein Kopilot und eine Flugbegleiterin in ihren Hotelzimmern festgenommen. Einige von ihnen standen zum Zeitpunkt unter dem Einfluss der Droge. Manotar Napitutulu, Berater der indonesischen Pilotenvereinigung, sieht hinter dem Phänomen vor allem den Boom der Branche. «Piloten verdienen viel. Je mehr sie fliegen, desto mehr Geld machen sie. Ich habe das Gefühl, hier geht es um einen Lebensstil.» Die Droge sei nicht billig, erklärte er gegenüber der Zeitung Sydney Morning Herald.

Rasches Wachstum

Lion Air ist eine ausftrebende Fluggesellschaft aus Indonesien. 1999 gegründet gehört sie heute mit 67 Fliegern bereits zu den größten Anbietern der Region. Letzten November sorgte sie weltweit für Schlagzeilen, weil sie die bisher größte Bestellung aller Zeiten bei Boeing platzierte. 230 Flieger im Wert von fast 22 Milliarden Dollar orderte Lion Air damals. Sie steht auf der Schwarzen Liste der EU. Ihre Flieger dürfen daher keine europäischen Flughäfen ansteuern. Der Grund sind Sicherheitsbedenken.



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