Boeing B747 von Qantas in Spezialbemalung: Rote Zahlen.

Qantas lehnt sich an Emirates an

Die australische Nationalairline steckt in einer tiefen Krise. Sie sucht sie nun Hilfe am Golf.

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Es war eine unrühmliche Premiere. Erstmals seit der Privatisierung 1995 präsentierte Qantas Ende August rote Zahlen. 244 Millionen Australische Dollar (rund 200 Millionen Euro/240 Millionen Franken) betrug der Verlust für das Geschäftsjahr 2011/12 per Ende Juni. Im Kurz- und Mittelstreckengeschäft setzte der Fluggesellschaft der Preiskampf mit Virgin Australia und asiatischen Airlines zu. Auf den Überseerouten sind es vor allem Konkurrenten aus der Golfregion. Erschwerend kamen das teure Kerosin und ein Arbeitskampf hinzu. Als erste Sparmaßnahme stornierte Qantas den Kauf von 35 Boeing 787-9. Der Listenpreis der Dreamliner beträgt 6,8 Milliarden Euro. Die Maschinen sollten 2014 ausgeliefert werden.

Sorgen bereitet Qantas vor allem das Langstreckengeschäft. Auf den internationalen Strecken verlor die australische Nationalairline 450 Millionen Australische Dollar. Deshalb will Konzernchef Alan Joyce nun auch dort den Sparhebel ansetzen. So steht gemäß Presseberichten etwa der tägliche Flug mit einer Boeing B747 nach Frankfurt auf der Kippe. Würde er tatsächlich gestrichen, könnte Qantas nur noch eine Verbindung nach Europa vorweisen - die nach London. Dafür plant Qantas offenbar eine Ersatzlösung, um den Passagieren sogar noch mehr Flüge nach Europa anbieten zu können und gleichzeitig Kosten zu sparen. Die Zeitung The Australian berichtet, dass die Australier mit Emirates ein weitreichendes Codeshare-Abkommen planen, das schon in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden soll.

Kritik am allfälligen Abkommen

Das Abkommen würde weiter gehen als ein simples Codesharing. So würde gemäß den Medienberichten Qantas fast alle Verbindungen nach Europa abgeben, so etwa alle Flüge von Perth via Singapur nach London. Danach würde Emirates die Passagiere von Perth über Dubai nach Europa transportieren. Für die Australier hätte das den Vorteil, den Reisenden mehr bieten zu können. Emirates könnte neue Kunden außerhalb der großen Metropolen Down Under gewinnen. Klar abgelehnt haben die Araber bereits eine Beteiligung an Qantas.

Doch es gibt bereits harsche Kritik an der Vereinbarung - sollte sie denn tatsächlich eintreffen. «Wenn Qantas nicht dafür bezahlt wird, dass sie Passagiere abgibt, bringt das wenig. Es ist einfach eine riesige Abwertung des Qantas-Angebots, das an Emirates geht», sagte ein anonymer Insider gegenüber der Zeitung The Brisbane Times. Etihad hatte sich kürzlich mit 10 Prozent an Virgin Australia beteiligt.

Nachtrag vom 6. September:

Qantas und Emirates bestätigten die Kooperation am 6. September. Wie vermutet streicht Qantas die Flüge nach Frankfurt und Singapur. Stattdessen kanalisiert sie ihre Flüge via Dubai.

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