Passagiere stürmen Rollbahn

Ihr Flug hatte Verspätung, darum rasteten die Reisenden am Flughafen Schanghai aus. Nun greifen die Behörden ein.

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Der Pilot der eben gelandeten Etihad-Maschine muss nicht schlecht gestaunt haben. Was sich da am Flughafen Pudong International letzten Mittwoch (11. April) vor ihm auf die Piste zu bewegte, war eine Ansammlung von Menschen. Er musste auf seinem Weg zum Terminal anhalten und den Pulk rund 200 Meter vor sich vorbeiziehen lassen. Rund zwanzig Personen, so berichten chinesische Medien, waren auf eine Rollbahn am größten Airport der Millionenmetropole Schanghai gestürmt und behinderten so den Verkehr. Die Flughafenbehörden schafften es allerdings, die aufgebrachten Passagiere nach rund fünf Minuten zur Aufgabe ihres Protestes und zur Rückkehr in den Warteraum zu bewegen.

Die Wut der demonstrierenden Demonstranten hatte sich lange aufgestaut. Sie waren an Bord von Flug ZH9817 von Shenzhen Airlines, der sie von der südchinesischen Stadt Schenzen nach Harbin und dann weiter nach Harbin im Nordosten des Landes hätte bringen sollen. Doch unterwegs geriet der Airbus A320 in ein Gewitter und er landete abends um 22 Uhr sicherheitshalber in Schanghai. Die Reisenden wurden in einem Hotel untergebracht. Am nächsten Tag waren sie auf eine andere Maschine gebucht. Doch rund zwanzig Passagieren war das nicht genug. Sie verlangten auch eine Entschädigung. Die bekamen sie nicht und so beschlossen sie, auf die Rollbahn zu gehen. Später erhielten sie für die 16 Stunden Verspätung 1000 Yuan zugesprochen (rund 120 Euro). Doch der Schaden war bereits angerichtet.

Illegal und gefährlich

Darum werden nun die Behörden aktiv. Die Civil Aviation Administration of China untersucht nun, wie es zum Zwischenfall kommen konnte. Sie forderte die Flughäfen auf, bei Verspätungen die Passagiere korrekt zu behandeln. Zugleich forderte sie die Reisenden auf, bei verspäteten Flügen doch rational zu bleiben. Was der Mob getan habe, sei nicht nur illegal, sondern habe auch die eigenen Leben gefährdet» so die Behörde. «Die Motoren eines rollenden Jets funktionieren wie ein rieisges Vakuum.Dinge vor ihnen können eingesogen und getötet werden», sagte der ehemalige Pilot Mao Senlin der Zeitung China Daily.

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