Maschinen von Air Koryo in Pjöngjang: Auf Facebook, aber keine Website?

Nordkoreas Airline zeigt Humor

[image1]Air Koryo macht auf Social Media - und hat eine eigene Facebookseite in Betrieb genommen. Dort gibt sich die Fluglinie unerwartet humorvoll.

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Witzig, für alle zugänglich, herzlich - nicht unbedingt die drei Eigenschaften, die einem zuerst einfallen, wenn man an Nordkorea denkt. Auf der Facebook-Fanseite der Nationalairline bekommt man aber tatsächlich genau diesen Eindruck. Obwohl Air Koryo noch nicht einmal eine eigene Website unterhält, ist die Fluggesellschaft bei dem sozialen Netzwerk überraschend aktiv.

Postet einer der mittlerweile über 2000 Fans einen Kommentar, der eine Frage beinhaltet, antwortet die Fluggesellschaft ziemlich sicher - und das sogar manchmal mit Humor. So berichtet etwa die südkoreanische Zeitung Korea Times von einem Leserkommentar eines südkoreanischen Users, der in Frage stellte, ob die Facebookseite nicht einfach Propaganda der nordkoreanischen Regierung sei. Air Koryo darauf: «Wollen Sie uns erklären, dass Air Koryo Teil der Regierung der demokratischen Republik Nordkorea ist? Falls ja: Bingo! Sie haben gewonnen. Aber was genau ist der Sinn hinter Ihrer Frage?»

Eine überalterte Flotte

Eigentlich lustig. Trotzdem bleibt einem das Lachen im Halse stecken: Immerhin sind die beiden Koreas praktisch im Krieg. Bei tödlichen Attacken des Nordens gegen den Süden im vergangenen Jahr etwa 50 Menschen ums Leben, woraufhin der Süden einen Reisebann gegen den Norden verhängte. Beobachter gehen laut der Korean Times davon aus, dass Nordkorea mit der Social-Media-Strategie mehr Touristen ins Land locken will. Erst kürzlich hat das Regime die Restriktionen für Touristen aus den USA und aus China gelockert. Doch es könnte auch eine andere Erklärung geben: Vielleicht ist die Facebook-Seite ja nicht wirklich von Air Koryo.

Air Koryo fliegt in 20 Städte in China, Russland, Malaysia und Kuwait. Die populärste Strecke ist die nach Peking. Die Fluggesellschaft besitzt eine überalterte Flotte von 41 Flugzeugen (Antonow, Illjuschin, Tupolew) und Helikoptern aus der Sowjetzeit. Wegen den Sanktionen gegen Nordkorea ist es ihr aber derzeit kaum möglich, neue Jets zu kaufen.

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