FAA-Karte: Hier wird der See noch eine Weile seinen korrekten Namen tragen.

Trotz Dekret von Donald TrumpLake America? Auf den Luftfahrtkarten der USA bleibt es erstmal bei Lake Ontario

Seit mehr als 400 Jahren heißt der Grenzsee zwischen Kanada und den USA Lake Ontario. Donald Trump will daraus Lake America machen. Google Maps hat bereits auf das Dekret des US-Präsidenten reagiert. Die nationale Luftfahrtbehörde FAA ist langsamer.

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Der Name ist mehr als 400 Jahre alt. Lake Ontario geht auf das indigene Wyandot-Wort Ontari’io zurück, das sinngemäß «Der See ist schön, der See ist groß» bedeutet. Der Name wurde schon verwendet, lange bevor es Kanada oder die Vereinigten Staaten gab. Und er wird auch weiterhin verwendet, jedenfalls in Kanada. Und, etwas unfreiwillig, vorerst auch auf den Luftfahrtkarten der USA.

Denn US-Präsident Donald Trump hat am 27. August per Dekret angeordnet, den Lake Ontario in Lake America umzubenennen. Amerikanische Bundesbehörden müssen den neuen Namen künftig in ihren offiziellen Dokumenten und Unterlagen verwenden. Dazu gehört auch die Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration FAA. Nur: Luftfahrtkarten halten sich an Publikationszyklen, nicht an die Geschwindigkeit präsidialer Dekrete, berichtete zuerst das Portal Simple Flying.

Für die FAA kam Lake America zu spät

Die FAA veröffentlicht ihre VFR Sectional Charts nach einem festen Zeitplan. Und für die Ausgabe vom 3. September war Trump schlicht zu spät dran. Die entsprechenden Informationen waren bereits am 7. Juli festgelegt worden – mehr als sieben Wochen bevor der Präsident seine Unterschrift unter die Umbenennung setzte. Auf der neuen Luftfahrtkarte steht deshalb weiterhin Lake Ontario. Das ist keine Rebellion der FAA gegen das Weiße Haus, sondern eine Folge der Produktionsfristen.

Und womöglich überlebt der alte Name sogar noch eine weitere Ausgabe. Die nächste Karte soll am 29. Oktober erscheinen. Die Frist für Luftrauminformationen endet bereits am 1. September. Gleichzeitig hat das Innenministerium ab dem 27. August 30 Tage Zeit, die Umbenennung über das U.S. Board on Geographic Names umzusetzen und das Geographic Names Information System anzupassen.

Vielleicht erst Weihnachten Lake America

Ganz so einfach lässt sich der Termin allerdings nicht berechnen. Der Name eines Sees gehört zur kartografischen Grundlage der Karte und nicht zu den eigentlichen Luftraum- oder Flughafeninformationen. Die jeweiligen Stichtage bestimmen daher nicht zwingend, wann aus Lake Ontario auf der FAA-Karte Lake America wird.

Sollte die Änderung nicht mehr in die Oktober-Ausgabe gelangen, wäre die nächste Ausgabe vom 24. Dezember eine weitere Gelegenheit. Zwischen Trumps Unterschrift und dem Auftauchen des neuen Namens auf einer amerikanischen Luftfahrtkarte könnten damit fast vier Monate liegen.

Kanada bleibt bei Lake Ontario

Bei einer anderen Umbenennung dauerte es ebenfalls eine Weile. Trump verfügte im Januar 2025, dass amerikanische Bundesbehörden den Golf von Mexiko künftig Gulf of America nennen. Am 10. Februar kündigte die zuständige Stelle der FAA an, ihre Karten und Daten anzupassen. Sichtbar wurden die ersten konkreten Änderungen im Veröffentlichungszyklus vom 17. April.

Kanadas Premierminister Mark Carney machte deutlich, was er von der Umbenennung hält. Er verwies auf die indigene Herkunft und die mehr als 400-jährige Geschichte des Namens. «Kanadier wissen auch, dass die Realität beim Namen zu nennen bedeutet, ihn Lake Ontario zu nennen – damals, heute und immer», schrieb er.

Unterschiedliche Namen könnten zur Verwirrung führen

Für die Luftfahrt könnte daraus irgendwann eine kuriose Kartenlage entstehen. Auf einer amerikanischen VFR-Karte könnte Lake America stehen, während eine kanadische VNC-Karte von Nav Canada dasselbe Gewässer weiterhin als Lake Ontario ausweist. Google Maps ist schon weiter als die FAA. In den USA zeigt der Kartendienst bereits Lake America, in Kanada Lake Ontario. In unseren Breitengraden sind beide Namen zu sehen.

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