Manchester City hat den europäischen Fußball in den vergangenen 15 Jahren massiv geprägt. Seit der Saison 2011/12 holte der Klub aus dem Osten Manchesters insgesamt acht Meistertitel. Höhepunkt für die Citizens, wie der Klub auch genannt wird, war die Saison 2022/23 mit dem Triple aus Meisterschaft, FA Cup und erstmals der Champions League.
Doch finanziell scheint dabei nicht alles sauber gelaufen zu sein. Ende September machte die Premier League öffentlich, dass eine unabhängige Kommission den Klub in allen Anklagepunkten wegen Verstößen gegen die Finanzregeln für schuldig befunden hat. Demnach soll City zwischen 2009 und 2018 rund 830 Millionen Pfund, rund 960 Millionen Euro, an Geld der Eigentümer als Sponsoringeinnahmen getarnt haben.
Etihad ist seit 2009 Hauptsponsor von Manchester City
Genau das ist in England verboten. Die Premier League erlaubt Klubs nur begrenzte Verluste. Was ein Verein ausgeben darf, hängt also vor allem von seinen eigenen Einnahmen ab, etwa aus Ticketverkäufen, TV-Rechten oder Sponsoring. Wird Geld der Eigentümer als Sponsoringeinnahme getarnt, steht ein Klub wirtschaftlich besser da, als er ist. Genau das wird City vorgeworfen, unter anderem über Sponsor Etihad Airways.
Die Airline aus Abu Dhabi ist seit 2009 Sponsor des englischen Klubs und nun in den Fokus des Verfahrens gerückt. Manchester City gehört der Abu Dhabi United Group, hinter der Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan aus der Herrscherfamilie des Emirats steht. Etihad Airways wiederum gehört dem Staat Abu Dhabi, und zwar über einen Staatsfonds, dessen Vorsitzender laut dem Sportsender ESPN ein Bruder Mansours ist.
Aussage aus 2015 holt Etihad Airways ein
Unstrittig ist, dass das Geld über Etihad floss. Offen ist, woher die Airline es hatte. Der Fußballclub sagt, vom Staat Abu Dhabi. Dann wäre es echtes Sponsoring und kein verdecktes Eigentümergeld. Die Premier League sagt, von der Abu Dhabi United Group und damit vom Eigentümer des Fussballclubs. Genau das verbieten die Regeln der Liga.
Problematisch wird nun eine Aussage der Airline aus 2015. Damals warfen große US-Airlines den Golf-Carriern vor, mit staatlichen Subventionen den Wettbewerb zu verzerren. Etihad wehrte sich einer Stellungnahme an die US-Ministerien für Handel, Verkehr und Äußeres und erklärte ausdrücklich, der Staat habe das Sponsoring von Manchester City nicht bezahlt, sondern die Airline habe es vollständig aus eigenen Mitteln finanziert. Damit widerspricht Etihad der aktuelle Verteidigung des Fußballclubs.
Finanzskandal wird für beide zum Problem
Manchester City drohen Sanktionen von einer Geldstrafe über Punktabzüge und Transfersperren bis zum Ausschluss aus der Premier League. Über das Strafmaß entscheidet die Kommission in einer separaten Anhörung. Experten halten einen Abzug von 40 bis 60 Punkten für denkbar, was den Klub faktisch in die zweite Liga schicken könnte.
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