Airbus A320 von Braathens: Wird die Flotte verlassen.

Austrian-Airlines-Partnerin Braathens trennt sich von Airbus-Flotte und setzt ganz auf ATR

Sie fliegt unter anderem für Austrian Airlines. Die schwedische Airline Braathens wird sich künftig ganz auf den Wet-Lease-Betrieb mit ATR 72 konzentrieren. Sieben Airbus-Jets flottet Braathens aus.

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Früher betrieb Austrian Airlines selber Regionalflugzeuge mit Turbopropantrieb. Doch im Mai 2021 flog die österreichische Lufthansa-Group-Tochter zum letzten Mal mit einer De Havilland Canada Dash 8. Sie ist damit nicht alleine. Auch andere Fluglinien sortieren ihre Turbopropflugzeuge aus, setzen auf größere Jets und vereinheitlichen so die Flotte.

Das heißt aber nicht, dass sie ganz auf solche Flugzeuge verzichten - sie wollen sie nur nicht selber betreiben. Daher mietet Austrian Airlines seit dem Sommer 2024 ATR 72 samt Crews von der schwedischen Braathens Regional Airways, zuerst zwei, dann drei Flugzeuge.

Braathens setzt nur noch aus ATR 72, nicht mehr auf Airbus

«Auf einigen Regionalstrecken ist die Nachfrage nach der Pandemie nicht wieder in vollem Ausmaß zurückgekehrt», sagte Austrians Kommerzchef Michael Trestl. «Um diese Strecken auch zukünftig an unser Drehkreuz Wien anbinden zu können, benötigen wir angepasste Kapazitätsstrukturen.» Er freue sich über die Zusammenarbeit mit Braathens «in diesem herausfordernden Segment». Mittlerweile ist die Partnerschaft bis 2027 verlängert worden.

Nun hat sich Braathens entschieden, ganz auf dieses Geschäftsmodell mit ihren ATR 72-600 zu setzen, von denen sie 17 betreibt. Von ihren insgesamt sieben Airbus A319/A320 wird sie sich dagegen trennen, wie sie mitteilt. «Braathens wird damit zu einer reinen ACMI-Anbieterin im Turboprop-Segment auf dem europäischen Luftfahrtmarkt», schreibt das Unternehmen. ACMI steht für Aircraft, Crew, Maintenance and Insurance und bezeichnet eine Art des Leasings, bei der Flugzeug, Besatzung, Wartung und Versicherung dazugehören.

Worauf sich Braathens künftig konzentriert

Die Entscheidung beruhe unter anderem darauf, «dass Verträge mit Reiseveranstaltern bald auslaufen und die aktuellen Airbus-Flugzeuge des Unternehmens nicht mehr optimal konfiguriert sind, um die Anforderungen sowohl der Reiseveranstalterkunden als auch der traditionellen Fluggesellschaften mit Einheitsflotten zu erfüllen», erklärt Braathens.

«Immer mehr Fluggesellschaften investieren in Einheitsflotten, um ihre Effizienz zu steigern und Skaleneffekte zu erzielen, während der Bedarf an flexiblen Kapazitäten weiter steigt», schreiben die Schweden. ACMI-Lösungen seien für solche Airlines als Ergänzung attraktiv, um sich an schnell verändernde Bedürfnisse anzupassen. «Insbesondere Turboprop-Flugzeuge spielen eine zentrale Rolle, da sie energie- und klimaeffizient sind und sich für die Evaluierung neuer Routen, die Abdeckung saisonaler Schwankungen und die Erhöhung der Anzahl an Abflügen auf Strecken eignen, auf denen größere Flugzeuge nicht rentabel sind.»

Braathens trennt sich von vier Airbus A319 und drei A320

Insgesamt wird Braathens sieben Airbus-Jets bis 2027 schrittweise ausflotten, wie sie ankündigt. Zwei Airbus A319 fliegen - wie auch die ATR 72 - für Braathens Regional Airways, zwei weitere A319 und drei A320 sind für Braathens International Airways unterwegs. Vor allem sind diese Flugzeuge für skandinavische Pauschalreiseanbieter im Einsatz.

Das Unternehmen verspricht, «den betroffenen Mitarbeitenden so weit wie möglich die Möglichkeit zu bieten, ihren Dienst auf oder mit der ATR72-600 fortzusetzen.» Man habe den Dialog mit den Gewerkschaften dazu bereits aufgenommen, so Braathens.

Airbus-Betrieb für Braathens zunehmend nicht mehr rentabel

«Natürlich bedauern wir die schrittweise Ausmusterung von Airbus aus unserer Flotte, müssen uns aber auf das Marktsegment konzentrieren, in dem wir die besten Voraussetzungen für eine langfristige Unternehmensentwicklung haben», sagt Braathens-Geschäftsführerin Malin Brandtvig. Gründer und Eigentümer Per Braathen erklärt, dass man nicht mehr daran geglaubt habe, «dass der Airbus-Betrieb langfristig rentabel sein wird».

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