Vladimir Putin und Vladimir Zhirinovsky 2015: Der Präsident verlieh dem Politiker den Alexander-Nevsky-Orden.

Vladimir ZhirinovskyAeroflot tauft Boeing 737 auf den Namen eines Rechtsextremen

Mit Prügeleien im Parlament, antiwestlicher Rhetorik und Rassismus sorgte Vladimir Zhirinovsky weltweit für Schlagzeilen. Jetzt ehrt die russische Nationalairline Aeroflot den verstorbenen Politiker und Rechtsextremen auf einer Boeing 737.

Top-Jobs

Aero Bildungs Logo

Ausbilder / Technischer Trainer (m/w/d) für Fluggerätelektronik / Avionik / Cat B2 – Luftfahrttechnik

AERO-Bildungs GmbH
Oberpfaffenhofen
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs

Kunstschaffende, Wissenschaftler, Sportgrößen oder Luftfahrtlegenden - mit ihren Namen taufte Aeroflot bisher mehrheitlich ihre Flugzeuge. So gehört zur Flotte der russischen Nationalairline eine Boeing 777-300 ER, die nach dem Pianisten Alexander Scriabin, eine 737-800, die nach Schriftsteller Chinghiz Aitmatov und ein Airbus A350, der nach dem Komponisten Pyotr Ilyich Tchaikovsky benannt ist. Ein A321 trägt den Namen des Basketballerstars Sergei Belov und ein A320 den des Luftwaffenpiloten Belyayev.

Jetzt erweist die Fluggesellschaft jedoch einem auch in Russland höchst umstrittenen Mann die Ehre. Sie flottet trotz westlicher Sanktionen zwei zusätzliche westliche Flugzeuge ein. Die beiden Boeing 737-900 ER werden von der staatlichen Leasinggesellschaft GTLK geleast. Ab Mitte Juli werden sie zunächst von der Tochter Rossiya betrieben und zum Ende der Hochsaison zu Aeroflot wechseln.

«Klassische rechtsextreme, halbfaschistische Ansichten»

Eine dieser Boeing 737-900 wird nach dem Poeten Gavrila Derzhavin benannt. Also ganz in der bisherigen Tradition. Die andere aber bekommt den Taufnamen des 2022 verstorbenen Vladimir Zhirinovsky, wie die Nachrichtenagentur Tass schreibt.

Der Politiker hatte 1990 mit Hilfe des KGB die erst zweite Partei der Sowjetunion gegründet - als eine Art Marionettenpartei zur Ruhigstellung gewisser Bevölkerungsgruppen. Seine Liberal-Demokratische Partei Russlands LDPR nannte sich der Mitte zugehörend, wurde von unabhängiger Seite aber als nationalistisch-rechtspopulistisch bis rechtsextrem eingestuft. Andrei Kolesnikov von der Moskauer Denkfabrik Carnegie-Zentrum beschreibt Zhirinovskys Meinungen als «klassisch rechtsextreme, halbfaschistische Ansichten».

Loyal zu Präsident Putin

Zhirinovsky war jahrzehntelang eine der bekanntesten Figuren in der russischen Politik. Er sorgte mit seinen fremdenfeindlichen Äußerungen und seinem Verhalten in der Öffentlichkeit, einschließlich Schlägereien im Parlament und in Fernseh-Talkshows, immer wieder für nationale und internationale Schlagzeilen. Er nutze eine antiwestliche Rhetorik, sprach von der «Erhaltung der weißen Rasse» und redete über die Ausdehnung der russischen Grenzen bis nach Polen und Finnland und schließlich bis zum Indischen Ozean.

Der studierte Philosoph drohte zudem auch mal öffentlich, seine politischen Gegner erschießen zu lassen, sollte er zum Präsidenten gewählt werden. Mehr als 10 Prozent der Stimmen konnte er allerdings nie für sich gewinnen. Zhirinovsky wünschte sich zuletzt die Auflösung aller Parteien und die Einsetzung eines «Obersten Herrschers». Klar ist: Seine Partei war keine echte Opposition, sondern hielt stets loyal zum Umfeld von Präsident Vladimir Putin. Insofern passt die Ehrung in das aktuelle Umfeld des Kremls.

Mehr zum Thema

Eine Aeroflot-Maschine im Hangar: Die Fluggesellschaft hat 2022 mehr Flüge durchgeführt als im Vorjahr.

Aeroflot hat Ausgaben für Wartung massiv gekürzt

Airbus A350 von Aeroflot in der Produktion: Die restlichen Exemplare werden nicht mehr an die russische Airline ausgeliefert.

Airbus zahlt Aeroflot 199 Millionen Dollar zurück

Aeroflots jüngster Airbus A350: Auf diesem Archivbild im Testflugbetrieb zu sehen.

Aeroflot schickt jüngsten Airbus A350 wieder auf die Strecke

ilyushin il 114 300 kaelte

Polar Airlines will Ilyushin Il-114-300 - aber nur, wenn sie noch ein zusätzliches Detail bekommt

Video

Die Boeing 757 von Icelandair: Heikler Tiefflug.
Nach 40 Jahren geht er in Rente. Auf seinem letzten Flug von Frankfurt nach Keflavik wollte der Kapitän einer Boeing 757 etwas Besonderes machen und flog in sehr niedriger Höhe über seine Heimat hinweg. Icelandair ist verärgert und hat die Behörden eingeschaltet.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
etihad airways manchester city
Die Golfairline sponsort den englischen Fußballpokalwettbewerb FA Cup. Emirates ist dadurch auch auf den Trikots präsent. Doch es gibt eine Ausnahme.
Timo Nowack
Timo Nowack
Der Flughafen München steht kurz vor der Eröffnung von Pier 1: Ein Video zeigt den gesamten Bauverlauf.
In München entsteht seit 2019 ein neuer, 95.000 Quadratmeter großer Pier am Terminal 1. Ende April geht der Bau ans Netz. Ein Zeitraffervideo zeigt sieben Jahre Bauarbeiten in 76 Sekunden.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies